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feedback zu eurem feedback

6. Oktober 2010

erstmal ein großes DANKE für all eure antworten. ist für mich wirklich interessant.

liebevolle zuwendung ist für ein neugeborenes essentiell. da sind wir uns wohl alle einig. können die eltern, aus welchem grund auch immer, nicht für ihr kind da sein, dann sind wir es. wir versuchen also, die eltern so gut wie möglich zu „ersetzen“. wobei klar ist, dass wir das niemals können. ja, wir können das kind wickeln, füttern, es liebevoll ansprechen, im arm halten und mit ihm kuscheln. wir bauen eine beziehung zum kind auf. aber die liebe und zuneigung einer mutter können wir nicht ersetzen.

deshalb hat sich in den letzten jahren und jahrzehnten auch viel geändert in der kinderkrankenpflege. zum glück. wenn ich daran denke, dass eltern ihr frühgeborenes kind früher nicht mal im arm halten, sondern es höhstens (!) durch ein fenster betrachten durften… puh. was das für eltern und kind bedeutet, mag man sich gar nicht vorstellen.

aber so war es eben. und diese strengen regeln wurden auch nicht aufgestellt um eltern oder kinder zu ärgern oder ihnen gar zu schaden. im gegenteil. man dachte eben, dass es so am besten ist. heute weiß man es besser. wer weiß, wie es in 10, 20 oder 50 jahren sein wird.

aber ich schweife ab.

ich denke, ich spreche für 99% meiner kolleginnen wenn ich sage, wir pflegen einen liebevollen umgang mit unseren kleinen patienten. auch vor den eltern. eltern sollen (und wollen) wissen, dass ihr kind in guten händen ist, auch wenn sie nicht da sind.

alte drachen gibt es natürlich auch. wir hatten erst vor kurzem eine beschwerde von eltern, die sich über den groben umgang einer kollegin mit den kindern beschwert haben. und sie haben (meiner meinung nach) recht. diese kollegin sieht diesen beruf als job, macht ihn schon weit über 30 jahre und hat die nötige sensibilität verloren.

und ganz ehrlich: ich habe angst davor, dass ich auch mal so werde. deshalb beschäftige ich mich so viel mit elternarbeit. und das ist eigentlich auch das schwierigste an diesem beruf. es ist nicht leicht mit eltern, die sich mitten in einer ausnahmesituation befinden, zu arbeiten. sie reagieren oft nicht so, wie man es erwarten würde.

das ist wohl auch der grund dafür, dass es hier im blog so oft um eltern geht.

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feedback von eltern

1. Oktober 2010

vor kurzem habe ich im internet eine sehr interessante broschüre gefunden. und zwar diese hier vom Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.

absolut lesenswert! mir hat es jedenfalls in einigen bereichen (mal wieder) die augen geöffnet. wenn man tag für tag mit kranken und/oder frühgeborenen kindern arbeitet, dann vergisst man manchmal, dass das alles für eltern eigentlich ein wahnsinn ist.

das ganze umfeld, die geräte, infusionen, alarme, gerüche. und dann noch das eigene kind, das ganz anders aussieht als „normale“ neugeborene babys. nichts ist so, wie man es sich während der schwangerschaft vorgestellt hat. das muss wirklich ganz schlimm sein für eltern.

zurück zur broschüre. besonders interessant fand ich, unter anderem, die rubrik „der umgang mit den kleinen patienten“. da gibt es 2 kommentare, in denen eltern beschreiben wie eine schwester ihr kind auf die stirn, bzw. im anderen fall die füße, küsst. interessanter weise nahmen die eltern das überaus postitiv auf.

warum mich das wundert? solche doch recht intimen zuneigungsbekundungen sind in der kinderkrankenpflege verpönt. wobei ich sagen muss, bei uns machen das viele. mich eingeschlossen. aber nicht vor den eltern. eigentlich deshalb, weil wir davon ausgehen, dass eltern das gar nicht wollen würden. mich erinnert es ein bisschen an die fremden omas, die ungefragt in den kinderwagen greifen.

was meint ihr dazu? liegen wir falsch wenn wir denken, dass eltern sowas nicht wollen? oder sind die eltern, die die kommentare in der broschüre verfasst haben eine ausnahme?  würde mich wirklich interessieren…