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aller anfang ist schwer

19. August 2011

wie vor einiger zeit mal erwähnt, haben wir seit etwa einem monat eine neue kollegin, die ich gemeinsam mit einer anderen kollegin einschule. und weil es im moment bei uns zugeht wie noch nie (siehe letztes posting), ist unser küken derzeit etwas verzweifelt. also, sie zweifelt an sich selbst. ob sie das alles schaffen kann und so.

das hat dazu geführt, dass ich in letzter zeit viel an meine anfänge gedacht habe. und ich bin zu dem schluss gekommen, dass es mir eigentlich am anfang nicht anders ging.

als ich an meinem ersten tag als fertige, richtige, echte schwester die neugeborenen intensivstation betreten habe, hab ich mich gefühlt wie die oberschwester persönlich. mein junger kopf war vollgepackt mit dem aktuellsten fachwissen und ich war top motiviert diese station zu rocken.

tja. nach der ersten woche war ich mir sicher, dass ich niemals verstehen werde, was man an einen beatmungsgerät denn nun wirklich alles einstellen kann. und wozu.

oder wie man verdammt nochmal ein notfallmedikament so schnell (und dabei noch korrekt) aufzieht, wie die älteren schwestern.

oder wie man zügig arbeitet, ohne seinen kleinen patienten so sehr zu irritieren, dass er danach nicht mehr weiß wo oben und unten ist und erstmal eine halbe stunde braucht um sich wieder zu stabilisieren.

oder wie man es schafft diese hautschutzplatten der stomabeutel so zuzuschneiden, dass die auch echt übers stoma passen und nicht zu eng sind. oder zu groß.

oder wie man in einer kritischen situation innerlich und äußerlich ruhig bleibt, ohne nachher eine halbe schachtel zigaretten rauchen zu müssen um wieder runterzukommen.

manche dinge hatte ich dann doch recht schnell raus. manche brauchten einfach zeit. mit anderen kämpfe ich noch heute (diese doofen stomaplatten!!).

letztlich geht es wohl jedem so, der einen neuen job anfängt.

man darf nur nicht aufgeben. 🙂

what the hell…

18. August 2011

das frag ich mich derzeit bei jedem einzelnen dienst. ehrlich. bei uns gehts zu!

in den letzten 3 wochen sind bei uns 4 kinder verstorben… VIER! soviele sinds normalerweise im ganzen jahr! wir haben hunderttausendmillionen katecholamine laufen. und ein spontanatmendes kind hab ich glaub ich seit nem monat nicht mehr gesehn.

unsere kinder sind derzeit so intensiv, dass eine schwester nun nur 1-2 kinder betreut. wie man sich vorstellen kann, bedeutet das fleißig überstunden zu schieben. denn eigentlich sind wir ja keine intensivstation und haben deshalb auch nicht so viel personal. eigentlich.

gestern stand ich (ungelogen!) 3 stunden am stück am bett meines patienten. ich kam einfach nicht weg. damals auf intensiv war das auch ab und an mal so. aber hey, eigentlich arbeite ich doch auf einer imc, oder etwa nicht??

ich hoffe es wird bald besser. wenn nicht, dann wechsel ich wieder rüber auf die inteniv. dort hab ich die gleiche arbeit, muss aber nicht so viele überstunden machen.