Posts Tagged ‘24. schwangerschaftswoche’

mal etwas zum ansehen

14. November 2011

da die rufe nach bildmaterial immer lauter werden, hab ich mich mal im netz auf die suche nach reprotagen zum thema neonatologie gemacht. einfach wars nicht, denn oft gibt es da szenen, die ich euch nicht guten gewissens zeigen kann (also solche mit fürchterlichem handling mit den kleinen, oder fachlich falsch, oder sehr veraltet und so…).

aber schließlich hab ich doch noch was gefunden. eine reportage aus dem jahr 2010. da gibts zwar auch die ein oder andere sache, die ich nur ungern so unkommentiert im raum stehen lasse, aber naja. es kommt (meiner) realität auf jeden fall sehr nahe.

also, hier ist sie. eine reportage über die neonatologische intensivstation des AK altona in hamburg. ist zwar recht lange, aber es lohnt sich. trotz etwas langatmigeren mittelteils nicht vorzeitig aufgeben! gegen ende sieht man eine erstversorgung inkl. reanimation eines babys der 24. schwangerschaftswoche (mit sehr angespannten oberarzt).

 

 (ich weiß ja nicht obs an mir liegt, aber das ruckelt ganz schön. bitte über den youtube-link ansehen, da gehts einwandfrei!)

muss mich mal ärgern

15. April 2011

es gibt wirklich nicht viele dinge, die mich bei der arbeit so richtig wütend machen. aber eines treibt mich in regelmäßigen abständen in den wahnsinn. und zwar das ständige aufwecken der kinder.

jeder, der die station betritt ist der meinung, dass er/sie etwas unheimlich wichtiges an den kindern zu tun hat. und das kann nicht warten, bis das kind wieder wach ist. nein. das muss jetzt sein. täglich gibt es deshalb diskussionen. mit ärzten, physiotherapeuten, logopäden (obwohl die noch die „bravsten“ sind, immerhin sind sie meistens an die essenszeiten der kinder gebunden) und auch mit eltern.

ich habe kein problem damit, mich vor ärzten und therapeuten aufzubauen und ihnen schlicht zu verbieten, das kind jetzt aufzuwecken. sofern die untersuchung oder die maßnahme nicht akut notwendig ist, eh klar.

aber eltern? da habe ich natürlich schon skrupel. schließlich ist es ihr kind, und nicht meines. sie können damit tun und lassen, was sie wollen. aber manchmal… ein beispiel.

wir betreuen seit einigen monaten einen jungen mann, timo. er war ein extremfrühchen aus der 24. schwangerschaftswoche, hatte lange zeit große probleme und ist nun endlich am wege der besserung. er ist massiv unruhig, weint jeden tag mehrere stunden am stück (egal was man mit ihm macht), braucht sehr viel zuwendung und manchmal auch beruhigungsmittel. anders findet er oft einfach nicht in den schlaf, obwohl er hundemüde ist.

timos eltern haben bereits 2 kinder im schulalter, der vater ist berufstätig. die großeltern wohnen mehrere hundert kilometer entfernt. deshalb ist es den eltern nicht möglich jeden tag stundenlang bei timo zu sein. wenn sie dann aber zu besuch kommen, möchten sie die zeit mit ihrem kind natürlich nutzen. sie möchten ihn wickeln, füttern, baden und kuscheln.

da sie aber meist nur 1 oder 2 stunden am tag hier sind,kommt es vor, dass timo diese wenigen stunden verschläft. das passt den eltern meist gar nicht. aber so ist es nunmal. wir sind froh, wenn timo überhaupt mal 2 oder 3 stunden am stück schläft, ohne medikamente.

letztens war timos vater am abend zu besuch. als er kam schlief timo tief und fest. ich hatte ihn erst vor 20 minuten zum schlafen gebracht. bevor der vater zu timo ins bett greifen konnte, habe ich ihn „abgefangen“ , ihm kurz erzählt, wie timos tag war und, dass er eben erst eingeschlafen ist. als wir neben timos bett standen, bemerkten wir, dass er wohl stuhl in der windel hatte. der vater wollte ihn wickeln. jetzt. ich meinte, dass das nicht notwendig ist, da es timo offensichtlich nicht stört (er schlief ruhig und entspannt). und da er ja gerade erst eingeschlafen war und die ruhe dringend braucht, wäre es nicht sinnvoll, ihn jetzt aufzuwecken.

gut. der vater setzte sich also neben timos bett und begann ihm eine geschichte vorzulesen. sicher nicht das, was er sich vorgestellt hatte, aber was soll ich tun.

eine stunde später. ich sitze mit meinen kolleginnen in der küche. ein blick auf den zentralmonitor. timo schläft noch immer ruhig. sein herz schlägt entspannte 120mal pro minute. während ich noch einen blick auf die anderen kinder am monitor werfe, wird timo plötzlich vom monitor abgehängt. das kann doch nicht wahr sein?!

aber doch, ist es. als ich zu timo nach hinten gehe, liegt dieser schon am wickeltisch. „er ist gerade aufgewacht. ich wickel ihn noch schnell, bevor ich gehen muss.“ ja. klar. was soll ich dazu sagen? erstmal tief durchatmen. „ich habe genau gesehen, dass sie ihn aufgeweckt haben!!“ (hätte ich gern gesagt, bin aber zu nett dafür)  

10 minuten später war der vater weg. und timo wieder völlig aufgelöst und hysterisch. *seufz*

ich verstehe ja, dass eltern das bedürfnis haben, aktiv etwas für ihr kind zu tun. wirklich. und ich find das sogar gut. aber auf der anderen seite bin ich es, die das am spieß brüllende kind in den nächsten 2 stunden herumtragen und popo-klopfen und sonst-wie beruhigen muss, um es vor der gabe eines (leichten) beruhigungsmittels, das die ärzte bereits „angedroht“ haben, zu bewahren.

was würde der vater wohl machen, wenn zu hause jemand seinen sowieso immer unruhigen und gerade eingeschlafenen sohn aufweckt?!? sicher keine luftsprünge.

ehrlich, manchmal ist die arbeit mit eltern… nicht einfach.