suchbegriffe 12

19. Oktober 2011

ich steh einfach auf suchbegriffe… hihi!

fotos von nottaufe von frühchen – machen wir natürlich immer, herzeigen kann ich sie aber nicht

nach 3 monaten immer noch infant flow – tja, manche brauchen eben länger unterstützung

neonatalie saugverwirrung – ist in arbeit…

warum jetzt wieder infant flow – lässt sich so natürlich nicht sagen, aber manchmal erschöpfen sich frühchen eben und brauchen dann wieder mehr unterstützung

ab wann muß bei sättigungsabfall stimuliert werden – wenn das kind nicht atmet, oder nur insuffizient

schnittverletzung des kindes bei kaiserschnitt – das kommt vor

wie frühchen flasche beibringen – das braucht zeit und geduld. und wenn möglich logopädische unterstützung

wie hoch darf der gelbsuchtwert sein – das kommt auf das gewicht und alter des kindes an

apnoe steif bleich – krampfanfall?

magensonde kitzelt – ja, kann ich mir vorstelln

kann ich meinem kind selbst eine magensonde legen – ich bin ziemlich sicher, dass du das könntest. aber du solltest es nicht tun!

frühchen mit monitor zu großeltern zum aufpassen – würde ich nur machen, wenn die großeltern wissen, was im ernstfall zu tun ist…

mein sohn wurde operiert und ist jetzt am aufwachen und das erst was er sagt, dass er mal pipi muss – ist ja lieb 🙂

wird bei entzugsbabys das jugendamt informiert – ja

ultraschallkopf in bauch gedrückt – manchmal muss das sein. is aber echt nicht angenehm. ich kenn das.

wie lange verarbeitet ein frühchen den start ins leben – sehr gute frage, auf die ich keine antwort weiß. wahrscheinlich länger als wir denken…

ab wann sind frühchen stabil für eine verlegung – tja… stabil ist relativ, nicht wahr? 😉 in der regel wird das stabilste kind der station zuerst verlegt, genaue maßstäbe gibts nicht, so viel ich weiß

säuglingsschwester blog – säuglingsschwestern gibts nicht mehr. wir heißen jetzt alle kinderkrankenschwester

was erwartet mein baby wenn nach 6 wochen stoma rückoperiert wird – spontan fällt mir da ein roter po ein. denn die haut am gesäß ist den kontakt mit stuhl nicht mehr gewöhnt, deshalb ist vorsorgliche plege wichtig!

fallbeschreibung asphyxie neugeborenen – interessierts euch? kann ich gerne liefern.

vaginale frühchengeburt – ist gar nicht mal soooo selten, für extremfrühchen allerdings als nachteil zu sehen

wie beruhige ich mein frühchen beim känguruhen – in dem du selbst sich entspannst. und vielleicht magst du deinem baby was zum saugen anbieten (brust, schnuller, teestäbchen, finger)

frühchen extubiert danach ganz schwach – ja das kann gut sein, atmen ist nämlich ganz schön anstrengend und macht die kleinen ziemlich ko

notsectio im kreißsaal – hab ich 4 mal miterlebt, is nicht lustig.

frühchen sondiert anschliessend übergeben – entweder das essen ist zu schnell reingelaufen, oder das kind verträgt die nahrung einfach (noch) nicht

warum haben frühchen am kopf einen venenzugang – weil frühchen sehr feine venen haben und mitunter häufig gestochen werden müssen, da bleibt nach einiger zeit nur mehr der kopf. dort sind die venen auch meist größer.

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amme gefällig?

12. Oktober 2011

gespräch zwischen einer frühchenmama, deren tochter (35+4 ssw) wir soeben direkt aus dem kreißsaal (wegen respiratorischer anpassungsstörung) aufgenommen haben, und mir.  

ich: „haben sie vor ihre tochter zu stillen?“

mama: „ja, auf jeden fall.“

ich: „super, dann machen wir es so, dass sie ihre tochter einfach jedes mal anlegen, wenn sie munter und hungrig ist und sie an der station sind. da sie ja noch im haus aufgenommen sind, können wir sie auch gerne anrufen, wenn töchterchen gestillt werden möchte.“

mama: *besorgt* „ja, aber ich habe ja noch gar keine milch! was ist denn, wenn sie trotz stillen noch hunger hat?“

ich: „keine sorge, in den ersten tagen brauchen babys noch nicht viel milch. *blablabla* milcheinschuss *blablabla* keine sorge und so weiter. falls töchterchen wirklich noch hunger haben sollte, können wir ihr auch mit der flasche etwas nachfüttern. und wenn sie nicht da sind, dann würden wir ihre tochter auch mit der flasche füttern.“

mama: „ja aber ich habe gelesen, dass kinder, die am anfang mit der flasche gefüttert werden, die brust dann nicht mehr nehmen!“

ich: halte einen kurzen vortrag über saugverwirrung, „… aber wenn sie rund um die uhr zum stillen kommen möchten, dann können sie auch mit einem brusternährungsset zufüttern, dann brauchen wir keine flasche. das ist aber sicher recht anstrengend für sie, besonders in den ersten nächten.“

mama: „hm… können sie sie denn nicht auch mit diesem brust-dings füttern?“

offensichtlich hat sie noch nie was von einem brusternährungsset gehört. denn sonst wüsste sie, dass dieses ding so funktioniert:

ich musste leider ablehnen. um amme zu spielen verdiene ich dann doch zu wenig. 😉

wir konnten uns übrigens auf fingerfeeding in der nacht einigen. ja, auch sowas machen wir. wenns denn unbedingt sein muss.

felix

11. Oktober 2011

der kleine felix wurde in der 32. schwangerschaftswoche mit einem gewicht von etwa 1300g und einer länge von 39cm geboren. wir haben ihn kurz nach seiner geburt direkt aus dem kreißsaal übernommen. er musste nur für wenige stunden an den infant flow, war danach immer spontanatmend.

felix war ein wirklich ausgesprochen hübscher junge, mit vielen dunklen haaren und großen augen. und er war immer sehr ruhig und entspannt. meistens ist es ja so, dass frühchen einige tage brauchen, um richtig auf unserer welt „anzukommen“. sie sind unruhig, wirken überfordert und brauchen viel unterstützung, um sich zu beruhigen. bei felix war das nie so. vom ersten tag an wirkte er total ausgeglichen. er war ganz bei sich.

das war aber nicht das einzig erstaunliche an felix. er war auch von anfang an ein guter trinker. seine magensonde war nur selten in verwendung. nach wenigen tagen hatte er sich ganz auf unseren pflegerhythmus eingestellt und war immer kurz vor beginn seiner pflegerunde wach. aber nicht unruhig. er lag friedlich in seinem inkubator, bestaunte die umgebung mit seinen großen augen und wartete friedlich darauf gewickelt, massiert und gefüttert zu werden. danach schlief er bald wieder ein.

natürlich konnte felix auch mal laut werden, zum beispiel bei blutabnahmen. aber so sehr aus dem konzept hat ihn das auch nicht gebracht. er protestierte mit bestimmter, kräftiger stimme gegen die piekserei. aber wenn es vorbei war, wars auch wieder gut. er war nicht nachtragend.

auch felix‘ eltern waren sehr ausgeglichene personen. auch wenn die zu frühe geburt ihres sohnes sicher überraschend kam, so hat es sie doch nicht aus der bahn geworfen. während andere noch mit ihrem schicksal hadern, hatten diese eltern die situation bereits akzeptiert. ihr umgang mit ihrem kleinen jungen war von anfang an sehr, wie soll ich sagen… normal. sie hatten ihren sohn so angenommen, wie er war. ja, er war klein und dünn, scheinbar sehr zerbrechlich. ganz anders, als man sich ein baby eigentlich vorstellt. aber sie hatten beide keinerlei berührungsängste.

mit ca. 1400g, da war felix 2 wochen alt (also etwa in der 34. schwangerschaftswoche), entfernte sich der kleine die magensonde. und bekam keine neue mehr, denn er konnte alle seine mahlzeiten selbst trinken.

eine weitere woche später hatte felix auch seine gelegentlichen atemaussetzer eingestellt. eigentlich wäre er bereit gewesen, nach hause zu gehen. aber mit etwas mehr als 1,5kg war er den ärzten doch noch zu leicht, um ihn gehen zu lassen. deshalb wurden er und seine mama in unsere mutter-kind-einheit aufgenommen.

eine woche und weitere 150g später, etwa 4 wochen vor dem errechneten geburtstermin, durfte felix (endlich) nach hause. mit gut 1700g und 42cm.

es geht ihm sehr gut. es wird wohl noch etwas dauern, bis er größen und gewichtsmäßig zu seinen altersgenossen aufgeholt hat. vielleicht wird er auch immer ein kleiner und leichter junge bleiben. aber der hübsche, dunkelhaarige junge mit den großen augen ist völlig gesund. und das ist die hauptsache.

drogenparty!

23. September 2011

ja, das veranstalten wir derzeit jeden tag…   😀

wir haben momentan gleich 3 (in worten: DREI) patienten im neonatalen drogenentzug.

mädchen 1: reifes kind, zwei wochen alt. mutter im substitutionsprogramm, hat ab und zu mal „ausrutscher“, vater alkoholiker, wird von der mutter alle paar wochen wegen streitereien aus der wohnung geworfen. aber  nur, um ihn wenige tage später wieder rein zu lassen. mit weiterer verwandtschaft besteht kein kontakt. das kind ist noch mitten im entzug. ich schätze, dass wir derzeit auf der spitze des eisberges stehen. jedenfalls hoffe ich das. denn das kind bekommt morphin in hohen dosen, entzieht aber weiterhin sehr stark. chancen, dass das kind in der familie bleiben darf: 50%, derzeit besteht ein ausfolgeverbot. die mutter könnte es mit unterstützung schaffen, aber es ist noch unklar, inwieweit die situation mit dem (offensichtlich tw. gewalttätigen) vater tragbar ist.

mädchen 2: frühchen aus der 33. schwangerschaftswoche, 6 wochen alt, hat den entzug schon so gut wie hinter sich. mutter ebenfalls seit einigen jahren in einem substitutionsprogramm, HIV positiv, nimmt aber regelmäßig ihre medikamente. der vater, derzeit im entzug, hat sich nach der nachricht über die schwangerschaft von der mutter getrennt und den kontakt abgebrochen. unglücklich ist die mutter darüber nicht. die noch recht junge mutter wird von ihren eltern gut unterstützt, zieht gerade wieder bei ihnen ein. es ist bereits fix, dass die mutter ihr kind mit nach hause nehmen darf. natürlich ist sie ans jugendamt angebunden.

und der junge: frühchen aus der 35. woche, 4 tage alt und bereits mitten im entzug. und zwar richtig. das kind bekommt morphin seit es 7 stunden alt ist. die mutter ist obdachlos, nimmt alle möglichen drogen (hauptsächlich heroin), ist hiv positiv. etwa einen monat vor der geburt des kindes wurde sie bewusstlos auf der straße gefunden und ins krankenhaus gebracht. seit dem ist sie auf der psychiatrie aufgenommen. vater „gibt es keinen“. anderer verwandte auch nicht. das jugendamt ist bereits auf der suche nach pflegeeltern, möglicherweise sogar adoptiveltern. denn die mutter hat kein interesse am kind. sie sagt, sie hätte es eben irgendwann geboren und irgendwo abgelegt. damit hätte sie das „problem“ schon gelöst. allerdings hat sie bisher einer freigabe zur adoption (noch) nicht zugestimmt.

man darf gespannt sein, wies weiter geht mit diesen kiddies…

immer dieses auf und ab

16. September 2011

für eltern ist der transfer auf unsere station immer ein zeichen dafür, dass es ihrem kind nun gut geht. es hat quasi die lebensbedrohliche phase überwunden, muss nun nur mehr wachsen und „ausreifen“.

im prinzip ist das ja auch nicht falsch. und bei 80% unserer patienten geht das auch soweit gut. aber in den seltensten fällen ist der verlauf eine gerade, stetige linie nach oben. leider. es gibt auch nach der kritischen zeit noch einige aufs und abs. und ja, manchmal sind die rückschritte auch recht groß.

ein kind, das schon alle seine mahlzeiten selbst trinken konnte, kann doch wieder eine magensonde brauchen.

ein kind, das beim trinken schon völlig stabil war, kann wieder abfälle dabei haben.

ein kind, das schon lange ohne sauerstoff ausgekommen ist, kann wieder sauerstoffpflichtig werden.

ein kind, das in den vielen wochen seit seiner geburt nie beatmet werden musste, kann sich plötzlich so verschlechtern, dass es intubiert werden muss.

ja, das kann alles jeder zeit passieren (muss aber nicht). gründe dafür gibt es viele. eine infektion, eine routine-op… oder auch einfach bloß so, ohne ersichtlichen grund und ohne vorwarnung.

es ist nicht immer leicht. besonders natürlich für die eltern. aber in der regel geht es auch bald wieder bergauf. bis zur nächsten talfahrt. thats life. 🙂

sorry für die lange funkstille

11. September 2011

ich hab echt schon ein ganz schlimmes, schlechtes gewissen, weil es hier so still geworden ist. und das obwohl bei uns auf station mittlerweile wieder die gewohnte ruhe eingekehrt ist und ich sogar 2 wochen auf urlaub war.

ja, richtig gelesen. ich hatte urlaub 🙂

10 tage sonne und strand und meer und so. DAS war schön. haaaaach…

ab morgen hat mich der alltag wieder. und ich nehme mir fest vor wieder regelmäßig zu bloggen. jawohl.

also, funkstille beendet. es darf wieder laut werden!

aller anfang ist schwer

19. August 2011

wie vor einiger zeit mal erwähnt, haben wir seit etwa einem monat eine neue kollegin, die ich gemeinsam mit einer anderen kollegin einschule. und weil es im moment bei uns zugeht wie noch nie (siehe letztes posting), ist unser küken derzeit etwas verzweifelt. also, sie zweifelt an sich selbst. ob sie das alles schaffen kann und so.

das hat dazu geführt, dass ich in letzter zeit viel an meine anfänge gedacht habe. und ich bin zu dem schluss gekommen, dass es mir eigentlich am anfang nicht anders ging.

als ich an meinem ersten tag als fertige, richtige, echte schwester die neugeborenen intensivstation betreten habe, hab ich mich gefühlt wie die oberschwester persönlich. mein junger kopf war vollgepackt mit dem aktuellsten fachwissen und ich war top motiviert diese station zu rocken.

tja. nach der ersten woche war ich mir sicher, dass ich niemals verstehen werde, was man an einen beatmungsgerät denn nun wirklich alles einstellen kann. und wozu.

oder wie man verdammt nochmal ein notfallmedikament so schnell (und dabei noch korrekt) aufzieht, wie die älteren schwestern.

oder wie man zügig arbeitet, ohne seinen kleinen patienten so sehr zu irritieren, dass er danach nicht mehr weiß wo oben und unten ist und erstmal eine halbe stunde braucht um sich wieder zu stabilisieren.

oder wie man es schafft diese hautschutzplatten der stomabeutel so zuzuschneiden, dass die auch echt übers stoma passen und nicht zu eng sind. oder zu groß.

oder wie man in einer kritischen situation innerlich und äußerlich ruhig bleibt, ohne nachher eine halbe schachtel zigaretten rauchen zu müssen um wieder runterzukommen.

manche dinge hatte ich dann doch recht schnell raus. manche brauchten einfach zeit. mit anderen kämpfe ich noch heute (diese doofen stomaplatten!!).

letztlich geht es wohl jedem so, der einen neuen job anfängt.

man darf nur nicht aufgeben. 🙂

what the hell…

18. August 2011

das frag ich mich derzeit bei jedem einzelnen dienst. ehrlich. bei uns gehts zu!

in den letzten 3 wochen sind bei uns 4 kinder verstorben… VIER! soviele sinds normalerweise im ganzen jahr! wir haben hunderttausendmillionen katecholamine laufen. und ein spontanatmendes kind hab ich glaub ich seit nem monat nicht mehr gesehn.

unsere kinder sind derzeit so intensiv, dass eine schwester nun nur 1-2 kinder betreut. wie man sich vorstellen kann, bedeutet das fleißig überstunden zu schieben. denn eigentlich sind wir ja keine intensivstation und haben deshalb auch nicht so viel personal. eigentlich.

gestern stand ich (ungelogen!) 3 stunden am stück am bett meines patienten. ich kam einfach nicht weg. damals auf intensiv war das auch ab und an mal so. aber hey, eigentlich arbeite ich doch auf einer imc, oder etwa nicht??

ich hoffe es wird bald besser. wenn nicht, dann wechsel ich wieder rüber auf die inteniv. dort hab ich die gleiche arbeit, muss aber nicht so viele überstunden machen.

suchbegriffe 11

10. August 2011

aus überfluss an zeitmangel heute mal wieder suchbegriffe 🙂

tut magensonde bei frühchen weh – nein, sicher nicht. sonst wärs bei uns echt laut.

bradykardie frühchen wie weit darf es runter gehen? – am besten gar nicht. bei uns ist die untere herzfrequenzgrenze 100bpm, darunter ist es eine bradykardie.

frühgeborene landschildkröte gestorben – oh, wie schade 😦

arzt will kind stationär, mutter nimmt kind mit nachhause – nicht sehr klug

führt trinken bei frühchen zu sättigungsabfällen – ja, manchmal

kann man in der 39 woche noch sehen ob es ein mädchen wird – wenn das kind richtig liegt schon, aber ist eher unwahrscheinlich

kind reanimieren – kinderreanimationskurs besuchen!

nach dem haufen in meiner windel lege ich mich auf den bauch und spritze in die windel – danke, dass du diese erfahrung mit uns geteilt hast…

was soll ich meinem früchen geben – liebe und viel nähe

was passiert bei herzfrequenz unter 100 bei frühchen – die durchblutung aller organe (inkl. gehirn) ist herabgesetzt, was auf dauer zu schäden führen kann, deshalb: stimulieren

herzfrequenz bei babys nach der geburt vergeht das wieder – aber ja, so in etwa 80 jahren  😉

wenn kinder sterben, was sagt man den eltern – puh, wenn es dafür ein patenzrezept gäbe wäre der erfinder sicher steinreich

frühchen vergisst atmen beim trinken – keine sorge, das wird schon noch

frühchen 1770g mit nieren – und wieviel ohne?

ist eine körpertemperatur von 36,8 beim säugling okay – ja. 37,0 wäre mir zwar noch lieber, aber 36,8 is auch gut

infant flow was macht das gerät – es bläst dem kind kontinuierlich mit einem gewissen (einstellbaren) druck luft über die nase in die lunge und verhindert damit, dass die lunge beim ausatmen komplett in sich zusammenfällt und beim einatmen mit viel kraft erst wieder von null „aufgeblasen“ werden muss. das erleichtert das atmen, macht es weniger anstrengend.

wie ist die fontanelle bei frühchen – offen?

ein systole zuviel bei einem vier wochen altem baby – google mal nach extrasystolen

leo, 16 wochen zu früh

28. Juli 2011

heute erzähle ich euch von leo. er war ein sehr kleines extrem-frühchen, wurde in der schwangerschaftswoche 23+4 mit nur 438g geboren. sein start ins leben war sehr schwer, er hatte viele „baustellen“. kaum ging es ihm mal besser, tauchte schon das nächste problem auf. die ersten 2 monate verbrachte er auf der intensivstation. dann wurde er zu uns transferiert.

leo hatte so ziemlich jede komplikation, die ein frühchen nur haben kann. IVH, BPD, PAH, PDA, NEC, ROP… alles keine schönen sachen. er musste einige operationen über sich ergehen lassen.

leos eltern mussten ebenfalls viel ertragen. monatelang haben sie um das leben ihres kindes gebangt, die wenigen fortschritte wurde von rückschritten und neuen problemen überschattet. mehr als einmal haben sie von ärzten gehört, dass leo den tag oder die bevorstehende operation möglicherweise nicht überleben wird.

 

dann hatte er die kritische phase endlich überwunden. sein kreislauf war soweit stabil, ohne zusätzliche medikamente. die lunge wurde besser, leo konnte selbstständig atmen ohne sich ständig zu erschöpfen. die verdauung funktionierte gut, auch wenn leo seinen stuhl über einen künstlichen darmausgang an der bauchdecke ausschied. die augen entwickelten sich nach einer laserung zufriedenstellend.

als er zu uns kam hatte leo im prinzip nur mehr ein medizinisches problem. und zwar zu viel flüssigkeit im kopf. leo hatte einen hydrocephalus, also einen „wasserkopf“. deshalb wurde noch auf der intensivstation eine sogenannte externe ventrikel drainage (evd) gelegt. damit wurde der überschüssige liquor (hirnwasser) aus seinem kopf nach außen abgeleitet, um den druck im kopf zu normalisieren.

nun ist eine evd ja keine dauerlösung. deshalb bekam leo nach etwa 2 wochen evd einen shunt implantiert, der von nun an das überschwüssige wasser in den bauch ableiten sollte.

tja. um die nächsten wochen zusammenzufassen: es gab viele probleme. liquorkissen, wieder evd, undichte evd, liquorkissen, sekundärnaht, infektion, wieder shunt, shuntventil wechsel, liquorkissen, wieder evd, wieder shunt, infektion… so ging das sicher 2 monate lang. wenn nicht sogar 3.

ehrlich. so viele probleme bei etwas so „simplen“ wie einem shunt hab ich im leben noch nicht gesehen. leo war ein echter unglücksrabe. er zog komplikationen scheinbar magisch an.

na jedenfalls, nach einer gefühlten ewigkeit war auch dieses problem überwunden. nun musste leo nur noch trinken lernen. für uns war er von da an wie jedes andere unserer kinder auch.

nur die eltern konnten es irgendwie nicht so richtig begreifen. obwohl sie auf grund der vielen regelmäßigen arztgespräche wussten, dass leo nun (für seine verhältnisse) gesund war und man ihn wie ein normales baby behandeln konnte, hatten sie große probleme, das auch zu akzeptieren und zu verinnerlichen. sie waren es irgendwie schon gewohnt, dass ein problem nach dem anderen auftauchte, weshalb sie der ruhe nicht trauen konnten.

lange zeit waren sie sehr unsicher im umgang mit leo. der junge mann hatte mitterweile seinen errechneten geburtstermin überschritten, war schon sehr aufmerksam und wollte unterhalten werden. damit konnten die eltern aber gar nix anfangen. für sie war leo noch immer das klitzekleine, schwerkranke kind, das man am besten in ruhe schlafen lässt. aber schlafen war für leo längst nicht mehr interessant.

es dauerte sicher 2-3 wochen, in denen wir uns sehr intensiv mit den eltern beschäftigt haben (fast schon mehr, als mit leo selbst), bis sie die bedürfnisse ihres kindes erkennen und angemessen darauf reagieren konnten.

 

seit einem knappen halben jahr ist leo nun schon zu hause. und er entwickelt sich sehr gut, kann mittlerweile sogar schon alleine sitzen. leo und seine eltern sind zu einem richtigen dreamteam zusammengewachsen.