was sein muss, muss sein.

es geht wieder um elena.

auch die letzten zwei wochen haben leider gezeigt, dass elenas eltern in den nächsten jahren nicht in der lage sein werden, selbstständig für ihr kind zu sorgen.

da es in den nächsten 2-3 jahren keine chance auf eine unterbringung in einer betreuten eltern-kind einrichtung gibt und die großmutter aus finanziellen gründen ihren job nicht aufgeben kann (und ich glaube auch nicht will), brauchen wir also eine andere lösung.

die erste idee war, dass die familie und die großmutter in einen gemeinsamen haushalt zu vereinen. dazu wären auch alle seiten bereit gewesen. während die oma arbeiten geht, hätten wir ein komplexes netz aus diversen betreuern und hilfen gestrickt, sodass immer jemand bei der familie ist. wäre ne tolle idee, mit viel arbeit und organisation sogar realisierbar, aber leider finanziell nicht machbar. oder zumindest nicht lange.

das thema fremdunterbringung wurde erstmals angesprochen, auch mit den eltern. glücklich war darüber keiner. auch wir nicht so wirklich. aber elenas sicherheit geht vor.

tja. und nun ist das jugendamt offiziell auf der suche nach einer pflegefamilie. es besteht jetzt doch ein ausfolgeverbot. besuchen dürfen die eltern ihre tochter natürlich. sie übernehmen auch weiterhin die pflege an der station. sie werden sicher ein ausgedehntes besuchsrecht erhalten. aber trotzdem.

ich glaube, am meisten trifft diese entscheidung die großmutter. sie hat große schuldgefühle. die eltern selbst verstehen es nicht so wirklich, denke ich. für sie ist es, als würde ihre tochter wieder auf eine andere „station“ kommen, wo sie sie dann besuchen und pflegen dürfen.

traurig, dass es soweit kommen muss. ich hätte es nicht gedacht. ich war mir sicher, dass man eine andere lösung findet. hoffentlich findet man jetzt wenigstens eine nette pflegefamilie in der nähe.

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19 Antworten to “was sein muss, muss sein.”

  1. Kasumi Says:

    Es ist so still bei Dir! Gibts was Neues von Elena?

  2. Anna Says:

    Ich finde es schlimm und es macht mich traurig, wenn ein Zusammenleben von Eltern und Kind allein aus Geldgründen scheitert. Ich weiß leider gerade die Anspruchsgrundlage nicht, aber eigentlich muss sich das Jugendamt bei der Wahl der geeigneten Unterbringung am Kindeswohl orientieren. Das kann man notfalls auch einklagen. Leider ist oft genug (wie anscheinend auch hier mal wieder) das Budget wichtiger. Und Menschen wie Elenas Eltern sind leider meistens mit dem Einklagen auch hoffnungslos überfordert, wenn sie schon für die Kindererziehung Unterstützung brauchen. Da wird dann an den Schwächsten unserer Gesellschaft gespart, die sich nicht wehren können.

    Pflegefamilien können die bessere Option sein, wenn die Eltern auch mit Unterstützung nicht in der Lage sind sich ausreichend um ihr Kind zu kümmern. Z.B. bei manchen Drogenabhängigen, die auch mit Unterstützung nicht in der Lage sind, ein Minimum an Zuverlässigkeit zu erreichen oder bestimmten Formen psychischer Erkrankungen mit nicht kontrollierbaren Gewaltausbrüchen.

    Pflegefamilien sind für die Jugendämter halt sehr billig, weil Pflegeeltern ihre Arbeit quasi ehrenamtlich leisten. Es gibt Kleider- und Essensgeld für das Kind und eine Aufwandsentschädigung für die Pflegeeltern. (die vor allem bei älteren Kindern mit Verhaltensauffälligkeiten oft keinem Beruf nachgehen können, weil die Kinder einfach sehr zeitintensiv sind. Bei Elena werden eher die Besuche ihrer leiblichen Eltern zeitintensiv sein.)

  3. LittleMe Says:

    Wow- sowas ist immer hart!
    Ich bin selbst eine Pflegemutter und habe ein Kind zur Pflege mit einem sehr aehnlichen scenario wie das von Elena. Es ist sehr schwer fuer alle Beteiligten! Ich lebe im Ausland und vieles wird hier etwas anders gemacht, „unsere“ Elena ist mittlerweile vom Staat freigegeben wurden zur adoption (gegen Einwilligung der leiblichen Mutter) weil die Mutter u.a. sich nicht an das Besucherrecht gehalten hat und auch sonst so gut wie nichts beigetragen hat um zu lernen was „unsere“ Elena zum taeglichen Leben braucht. Ja, es ist sehr schwer und die leibliche Mutter tut mir auch zum teil sehr leid aber man weis das „unsere“ Elena in sehr hoher Gefahr waere wenn sie auch nur teilweise zur leiblichen Mutter gehen wuerde. „Unsere“ Elena wird bei uns bleiben, kontakt zur leiblichen Mutter wird es sehr wahrscheinlich nicht geben obwohl ich versuchen werde dem Jugendamt 1-2x im Jahr ein paar Bilder von „unserer“ Elena zukommen zu lassen in der Hoffnung das sie weitergeleitet werden an die leibliche Mutter!
    Ich muss auch dazu sagen, es ist alles so gekommen wie es gekommen ist gerade weil die leibliche Mutter einen niedrigen IQ hat und sich aber auch nicht helfen lassen wollen!

  4. chilara Says:

    Mal ne andere Frage, was wäre gewesen, wenn Elena nicht bei euch gelandet wäre? Sondern nach der Geburt mit Mama und Papa nach Hause gegangen wäre? Ich denke auch mit einem gesunden, reifen Säugling wären diese Eltern überfordert, oder? Zumal man ja nie weiß, was alles so passiert… Wieso ist dann nicht von Haus aus eine Lösung, vielleicht auch von Seiten der Oma gesucht worden…?

  5. Kim Says:

    Puh es gibt wirklich harte Schicksale! Weiß gar nicht was ich dazu sagen soll!?

  6. Blüte Says:

    Puh… Cara, wenn ich auch im Ergebnis mit Ihnen übereinstimme, nämlich dass Elena wohl für immer in einer Pflegefamilie bleiben wird, so muss ich doch an zwei Punkten widersprechen.
    Eine Pflegefamilie ist deshalb eine Pflegefamilie, weil sie die Kinder stellvertretend für die Eltern betreut und sich verpflichtet und auch bewusst ist, dass ein enger Kontakt zu den leiblichen Eltern gewünscht ist, sofern dies möglich und sinnvoll ist. Insofern sind einer Pflegefamile auch tägliche Besuche der leiblichen Familie „zuzumuten“. Eine Pflegefamilie, die Elena aufnimmt, kennt die Geschichte und die damit verbundenen Kontaktwünsche. Wenn sie sich das selbst nicht zumuten möchte, wird sie Elena nicht aufnehmen. Inwieweit die leiblichen Eltern diese Kontakte wirklich auf die Dauer durchhalten können oder wollen, steht auf einem anderen Blatt.
    Und sicher wird Elena irgendwann, bei normaler Intelligenz, merken, dass ihre leiblichen Eltern „anders“ sind. Na und? Ihrer Liebe wird das nicht schaden und den Rückschluss, dass ihre Eltern sie nicht ausreichend betreuen können, wird Elena mit 4 oder 5 Jahren auch bei normaler Intelligenz nicht ziehen können.

    • cara Says:

      Ich wünschte, was die Pflegefamilie angeht, dass Du Recht behältst. Ich wünschte, dass für Elena tatsächlich eine Familie gefunden wird, die die leiblichen Eltern auf deren Wunsch hin täglich einbindet und sie bei der stundenweisen Pflege ihrer Tochter unterstützt. Aber aus meiner Lebenssituation mit Kleinkind kann ich mir schlicht nicht vorstellen, wie dies alltagspraktisch jahrelang durchzuhalten wäre, es sei denn es besteht eine große räumliche Nähe zu den leiblichen Eltern.

      Zu Punkt 2: Natürlich wird Elena ihre Eltern lieben. Aber was ich über Familien mit geistig behinderten Eltern weiß, ist, dass es mit dem Älterwerden des Kindes schwieriger wird, nicht leichter. Zwar können die Eltern tendentiell weniger elementare Dinge „falsch“ machen, wenn Elena älter wird, gleichzeitig werden sie aber auch immer weniger adäquat auf sie eingehen können. Elena wird das auch schon mit 4 oder 5 Jahren spüren, spätestens im Schulater wird sie es sehr klar wahrnehmen. Und ja, ich traue einem Vorschulkind den Schluss zu, dass es schwierig ist, unter diesen Bedingungen bei Mama und Papa zu leben – zumal Elena ihre Pflegeeltern auch lieben wird und zu ihnen wohl die engere Bindung entwickeln wird.

      Aber ich muss auch dazusagen, dass ich nicht über sehr viel Erfahrung mit dem Thema verfüge, vielleicht liege ich tatsächlich falsch.

  7. alltagimrettungsdienst Says:

    Auch wenn man es nur liest, fühlt es sich sehr traurig an.

  8. winnieswelt Says:

    Oh Gott, ich wusste ja nicht, dass ich mit meiner Meinung gleich so beschossen werde. Ich meine es natürlich im positiven Sinne … nicht um irgendetwas und irgendwen zu rechtfertigen. Als Chance für Elena, die ein gutes zu Hause bekommt, als Chance für ihre „etwas anderen“ Eltern, die mit sich selber genug zu tun haben, als Chance für die Pflegefamilie, die sich wahrscheinlich schon immer ein Kind gewünscht hat, es aber nicht selber bekommen kann, als Chance für das Klinikum zu wissen, dass es Elena an nichts fehlen wird und so weiter. Wenn man es einem Kind nicht vorenthält, was „DAMALS“ war, dann wird das Kind offen und leichter damit umgehen. Ich finde diese Lösung gar nicht übel.

    • sakasiru Says:

      Ich habe dich nicht beschossen. Ich wollte dir nur mitteilen, dass man mit solchen Aussagen ein bisschen vorsichtig sein sollte. Denn wenn man nicht aufpasst, dann sucht man sein Leben lang Gründe, warum dieses und jenes geschehen ist, wo es manchmal gut wäre, es irgendwann abzuhaken und nach vorne zu sehen.
      Natürlich kann (und sollte) man in allem etwas Positives suchen. Das ist aber etwas anderes, als hinter allem was geschieht einen Grund anzunehmen.
      „Weil über Jahrhunderte Menschen an bestimmten Krankheiten sterben mussten hat die Menschheit irgendwann Heilmittel und Therapien dagegen entwickelt“ ist ein Grund.
      „Damit die Menschheit irgendwann Heilmittel und Therapien gegen bestimmte Krankheiten entwickelt mussten über Jahrhunderte Menschen daran sterben.“ ist zynisch.

  9. Hajo Says:

    Da muss ich erst mal tief durchatmen.
    Der Verstand sagt sicherlich, dass es „so“ besser ist, zumindest für Elena, aber ist das wirklich so?
    Gut ist, dass es ein ausgedehntes Besuchsrecht für die Eltern geben wird (hoffentlich!), nur, das bringt die Pflegeeltern natürlich auch in eine schwierige Situation.
    Der Oma sei gesagt, dass sie sich bestimmt keine Schuld geben sollte: Probleme mit Geld UND – na verwenden wir mal das böse und hier sicherlich im eigentlichen Sinn unzureichende Wort – Karriere, das kann nicht gut gehen.
    Ich wünsche der Maus, aber auch den Eltern und der Oma, einen guten Ausgang
    .. wie immer der auch ausgehen mag.

  10. winnieswelt Says:

    Vielleicht ist es aber doch letztendlich für die kleine Elena das Beste … es gibt keine Zufälle, … alles geschieht aus einem Grund – daran glaube ich zumindest.

    • sakasiru Says:

      Ich finde, das ist eine ziemlich menschenverachtende Einstellung. Es gibt keine „Gründe“, die manche Schicksale rechtfertigen könnten, und für die, die diese Schicksale trifft ist solch eine Aussage blanker Hohn. Nurmal so als Denkanstoß.

      • neonatalie Says:

        ich denke du hast das mißverstanden, sakasiru. ich glaube auch, dass alles was passiert einen sinn hat. im positiven sinn. auch wenn man das positive im ersten moment nicht sehen kann, ist es da.

      • sakasiru Says:

        Es geht mir darum, dass solche Aussagen ein Versuch sind, schlimme Dinge zu rechtfertigen. Würdest du jemandem, der gerade ein schwerstbehindertes Kind geboren hat, sagen „alles geschieht aus einem Grund“? Nach dem Motto, „schau, da hat sich das Schicksal mal Gedanken gemacht und ist auf die Idee gekommen, dass es doch toll wäre wenn dein Kind nur ein paar Monate alt wird bevor es wieder sterben wird, so dass du eine wertvolle Lektion für dein Leben mitnehmen kannst. Herzlichen Glückwunsch!“?
        Sicher versucht man aus manchen schrecklichen Dingen das letzte Quentchen Positives rauszuziehen was man kann, weil einem sonst nicht viel bleibt, aber den Gedanke, dass das Grausame von Gott, dem Schicksal oder sonst einer höheren Entität so gewollt ist (und „Grund“ oder „Sinn“ impliziert doch, das da ein bewusster Wille dahintersteckt), finde ich sehr zynisch.

  11. hasenfrau Says:

    Das ist ja wirklich schade…. Aber sicherlich habt ihr und die anderen Betreuenden nach jeder möglichen Lösung gesucht- und wenn es auch noch so hart sein mag, am Ende steht doch die Sicherheit des Kindes an erster Stelle. Hoffentlich können die Eltern auch weiterhin geregelten Kontakt zu ihrer Tochter haben und vielleicht findet sich ja noch eine Lösung, die die kleine Familie in den nächsten Monaten doch noch vereint.

  12. sakasiru Says:

    Wie viel spezielle Betreuung benötigt denn Elena eigentlich selbst? Ein früher Ganztageskrippenplatz ist sicher nicht einfach zu bekommen, aber so lange sie nicht auch dort noch extra Betreuung bräuchte eine Möglichkeit. Und wenn dann daheim die Oma mitwohnt, ist doch rundum jemand für sie da.
    Vielleicht wäre das eine Lösung, sobald Elena alt genug für eine Kinderkrippe ist, damit sie wieder zu den Eltern zurückkann?

    • neonatalie Says:

      elena wird auf jeden fall mit sauerstoff und monitor nach hause gehen. wie lange sie noch sauerstoff brauchen wird, kann man jetzt noch nicht sagen.

      glaub mir, wir (also hauptsächlich die div. sozialarbeiter) haben so ziemlich alles mögliche und unmögliche durchdacht. in der jetzigen situation gibt es für elena keine andere lösung. leider.

      natürlich heißt das nicht, dass elena nicht in ein paar jahren vielleicht doch wieder in ihre familie zurück kann. aber das wird man eben erst dann sehen.

      • cara Says:

        Das halte ich für eine Illusion und irgendwann aus der Sicht des Kindes für gar nicht mehr so wünschenswert. Schließlich wird sie eine Bindung zu ihren Pflegeeltern aufbauen. Besuche der Eltern werden sich mit der Zeit bei maximal zwei-, dreimal die Woche einpendeln – mehr ist einer Pflegefamilie auch kaum zuzumuten. Und wenn Elena normal intelligent ist, wird sie im Alter von vier, fünf Jahren bereits erkennen, dass diese zwei Menschen, die sie da besuchen, anders sind.

        Nein, ich glaube, diese Entscheidung ist endgültig, und alle Beteiligten wissen das eigentlich auch. Ich bin traurig darüber.

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