aller anfang ist schwer

wie vor einiger zeit mal erwähnt, haben wir seit etwa einem monat eine neue kollegin, die ich gemeinsam mit einer anderen kollegin einschule. und weil es im moment bei uns zugeht wie noch nie (siehe letztes posting), ist unser küken derzeit etwas verzweifelt. also, sie zweifelt an sich selbst. ob sie das alles schaffen kann und so.

das hat dazu geführt, dass ich in letzter zeit viel an meine anfänge gedacht habe. und ich bin zu dem schluss gekommen, dass es mir eigentlich am anfang nicht anders ging.

als ich an meinem ersten tag als fertige, richtige, echte schwester die neugeborenen intensivstation betreten habe, hab ich mich gefühlt wie die oberschwester persönlich. mein junger kopf war vollgepackt mit dem aktuellsten fachwissen und ich war top motiviert diese station zu rocken.

tja. nach der ersten woche war ich mir sicher, dass ich niemals verstehen werde, was man an einen beatmungsgerät denn nun wirklich alles einstellen kann. und wozu.

oder wie man verdammt nochmal ein notfallmedikament so schnell (und dabei noch korrekt) aufzieht, wie die älteren schwestern.

oder wie man zügig arbeitet, ohne seinen kleinen patienten so sehr zu irritieren, dass er danach nicht mehr weiß wo oben und unten ist und erstmal eine halbe stunde braucht um sich wieder zu stabilisieren.

oder wie man es schafft diese hautschutzplatten der stomabeutel so zuzuschneiden, dass die auch echt übers stoma passen und nicht zu eng sind. oder zu groß.

oder wie man in einer kritischen situation innerlich und äußerlich ruhig bleibt, ohne nachher eine halbe schachtel zigaretten rauchen zu müssen um wieder runterzukommen.

manche dinge hatte ich dann doch recht schnell raus. manche brauchten einfach zeit. mit anderen kämpfe ich noch heute (diese doofen stomaplatten!!).

letztlich geht es wohl jedem so, der einen neuen job anfängt.

man darf nur nicht aufgeben. 🙂

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5 Antworten to “aller anfang ist schwer”

  1. mogmama Says:

    liebe natalie,
    ich habe schon oft in deinem blog gelesen – manches ist wirklich traurig… 😀 ich bin mama von einem baby mit kopfnickerhämatom. wir machen vojta therapie.. möchtest du vielleicht Links austauschen?

    liebe grüße
    mogmama – http://www.mogmama.de

  2. splanchikus Says:

    ja, ja diese Stomaplatten,jetzt weiß ich auch wo meine grauen Haare herkommen 😉

  3. Avialle Says:

    Mir graut es auch schon vor den Anfängen, nach den 4 Monaten Anästhesie im PJ war ich so routiniert, dass ich mich auch wohl fühlte, wenn ich mal allein im Saal war oder etwas neues, schwierigeres in der Einleitung machen sollte. Jetzt fast ein Jahr später werde ich mich sicher erstmal wieder blamieren, Viggos daneben legen, nicht intubieren können, an mir selber zweifeln, bis es dann nach ein paar Wochen/Monaten einigermaßen geht. Hoffentlich. Ein paar nette, motivierende Worte von euch erfahrenen können das Küken sicher wieder aufbauen, wäre doch schade, wenn sie aufgibt, weil die Umstände bei euch gerade so sind wie sie sind.
    Liebste Grüße vom Schreibtisch, Ava

  4. Nina Says:

    Ich bin seit einigen Monaten 1x/Woche ehrenamtlich in einer Kinderklinik tätig und wenn ich dort sehe, was die Schwestern alles machen müssen und in welcher Zeit – Hut ab!! Habe schon oft an Dich gedacht, während ich, ein Baby schuckelnd, eine Schwester beobachtet habe… diese ganzen Perfusoren-Türme und Leitungen und Kabel und Überwachungsgeräte, Wahnsinn! Schon allein, was man beim Umgang mit den Perfusoren alles beachten muss (insb. auch bei Katecholamin ;-)) – puh.

    Ich kann absolut verstehen, dass einen das unter Stress setzt, denn mitunter hat man ja nicht gerade viele Fehlversuche (oder gar keinen).

    Und die Stomaplatten scheinen allseits sehr beliebt zu sein 🙂
    Alles Liebe!

  5. Hajo Says:

    ich denke mal, dass fast jeder damit konfrontiert wird, was die gute alte Tante Volksmund „aller Anfang ist schwer“ nennt.
    da muss man halt durch!
    Leider lernt man den „Alltag“ nicht in Schulen 😦

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