also, ich weiß ja nicht…

eine schwangere in der 39. woche kommt morgens in die ambulanz des krankenhauses, in dem sie entbinden will. sie spürt seit gestern abend keine kindsbewegungen mehr. gar keine. und macht sich jetzt logischerweise sorgen.

gut. also mal schnell ans CTG. dieses zeigt keine kindlichen herztöne mehr an. nichts zu finden. gar nix.

zur sicherheit noch ein ultraschall. hier das gleiche. das kleine herz steht.

jetzt gibt es zwei möglichkeiten. entweder man teilt der schwangeren mit, dass ihr kind leider verstorben ist. oder man macht eine notsectio, um zu sehen ob noch was zu retten ist.

man entscheidet sich für die notsectio. warum auch immer. ich nehme an, man gibt die hoffnung nicht auf.

so, nun wird also ein reifes kind geboren. tot. keine atmung. kein herzschlag. keine reflexe. einfach nichts.

angesichts der vorgeschichte könnte man es einfach gut sein lassen.

oder… vielleicht hat das herz ja erst in dem moment aufgehört zu schlagen, als man den ultraschallkopf auf den bauch der schwangeren gedrückt hat?! und das wäre ja erst 10 minuten her!

doch ein bisschen reanimieren? na gut, ein bisschen geht immer. man kann ja jederzeit wieder damit aufhören, nich wahr?

also volle kanne los reanimiert! und alle medikamente, die der rea-wagen so hergibt, in das kind reingespritzt!

30 minuten reanimation. zwischenbilanz? kind immernoch tot. keine herzaktion und auch sonst nix.

gibt es hier jemanden, der weiter reanimieren würde? und wenn ja, wieso (um himmels willen)??

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37 Antworten to “also, ich weiß ja nicht…”

  1. Sandra114 Says:

    Also ich finde es echt schockierend, dass auf Teufel komm raus versucht wird, ein Leben zu erhalten, nur weil die moderne Medizin die Möglichkeiten dazu hat. Und niemand denkt an das Kind…denn wenn die Herzaktion zu lange unterbunden war und die Atmung still stand, dann hat das Auswirkungen auf die geistigen Fähigkeiten des Kleinen. Echt ein sehr heikles Thema!

  2. Arzt4Empfaenger Says:

    Ich glaube nicht, daß ich so etwas verkraften könnte. (Bzw. für solche Fälle gibt es wahrscheinlich Psychopharmaka.)

    Wenn schon der ganze Notsectio und Rea-Kasten angelaufen ist, dann reicht es nach 30 min. aber auch wirklich. Ich weiß nicht, ob es den Eltern helfen sollte, daß „noch alles versucht wurde“… ich weiß auch nicht, wie ich reagieren würde.

    Ich finde schon die Vorstellung, ein totes Kind zu entbinden über alle Maßen schrecklich. Es soll beim Verarbeiten helfen… aber ich weiß nicht. Die amen Eltern.

  3. katerwolf Says:

    uff, hart. das wär echt kein job für mich 😉

  4. Ralf Says:

    gibt es hier jemanden, der weiter reanimieren würde?
    Ja ich.
    Als Laienhelfer muß ich solang reanimieren bis ein Arzt sagt hör auf, oder mir sichere Todeszeichen auffallen.
    Schon einen halbe Stunde gedrückt zu haben zählt nicht dazu.

    Und ich bin Gott froh dass ich die Entscheidung des Arztes nicht zu treffen habe.

    So ein Fall ist tieftraurig 😦

  5. Papa Says:

    39. Woche… Das ist echt ein Schlag ins Gesicht. Habe gestern erst die Hertöne von unserem in der 38. Woche gehört. An sowas mag ich da gar nicht denken…

  6. zuckerzicke Says:

    Mir tun die Eltern wirklich leid. Ich kann verstehen das alles versucht wurde.

    Als Aussenstehender sagt man leicht: Lass doch. Bringt eh nix mehr“. Aber als Eltern will man selbst den kleinsten Funken Hoffnung nicht aufgeben.

    Ich selber bin Mama von drei wunderbaren Jungs und bei der letzten SS hatte ich in der 23. SSW starke Blutungen auf einmal. Ich dachte mein kleiner stirbt. Ich war so verzweifelt und traurig. Gott sei dank ist alles gut gegangen. Bin wirklich froh das ich meine drei Rabauken habe, auch wenn der kleinste unser Sorgenkind ist.

  7. Pumucklchen Says:

    Oh weh, ich fang ja beim lesen schon an zu weinen. In der 39. Woche ist zuhause alles fertig, seelisch hat man sich auf den Wurm vorbereitet man wartet nur noch auf den Krümel selbst und dann eine woche vor Peng das !? 😥

    xoxo

    Jenni

  8. Blogolade Says:

    Tja, man will es nicht wahrhaben. Das ist es wohl.

    ein ruhigeres, weniger stressiges Ende dieses ungeborenen Lebens wäre vermutlich besser gewesen aber im Nachhinein lässt sich immer gut reden.

    Mir tun die Eltern unglaublich Leid. Das Kind hatte nie eine Chance, sie im echten Leben kennen zu lernen.

    Einmal mehr weiß ich, warum ich keine weiteren Kinder mehr will. Ich habe 2 gesunde Kinder und will mein Glück kein drittes Mal aufs Spiel setzen. Ich würde es wohl kaum verkraften, wenn es mir so gehen würde.

    • movingtarget Says:

      Der Spruch mit dem Glück haben kommt ja immer, wenn jemand genug Kinder hat. Ich bitte zu bedenken: Das ist gedankenlos und grausam denen gegenüber, bei denen das noch nicht der Fall ist, übrigens – ich bin vor der Geburt meiner Tochter einfach gegangen, wenn jemand dieses alte Klischee rausdrückte (und bei anderen ollen Kamellen auch *g*)

      • Blogolade Says:

        Ja, ich hatte 2 Mal Glück. Ich bin 2 Mal haarscharf an einer Schwangerschaftsvergiftung vorbei geschlittert und die 2. Schwangerschaft hat meinen Körper auch ohne die Vergiftung an seine Grenzen gebracht. Das werde ich kein 3. Mal riskieren.
        Wer sagt denn bitte, wann jemand „genug Kinder“ hat?
        Wer sagt dir, dass wir nie mehr hätten haben wollen? Finde ich vermessen. Für mich wars 2 Mal Glück. In meinem Fall.

    • lasse Says:

      Also ich mag den „Glücks-Spruch“ auch nicht, aus mehreren Gründen.

      Wir bekommen unser Drittes und für manche ist das unvorstellbar. Da kommen dann so Sprüche wie „Ihr habt doch schon zwei gesunde Kinder“ oder „Ihr habt doch schon ein Mädchen und einen Jungen“. Bzw. eben die etwas verschleiertere Version in der Ich-Form, also „Ich hab 2 gesunde Kinder, dafür bin ich dankbar und will mein Glück nicht herausfordern.“

      Interessanterweise kommen solche Sprüche am ehesten von Paaren, die zwei gesunde Kinder (Mädchen und Junge) haben. So als wäre das die perfekte Kombi und Anzahl, eine Rechtfertigung für weiteren Nachwuchs gäbe es da nicht. Wenn ein Geschlecht fehlte oder eines der Kinder krank wäre, ja dann… aber so?

      Ich unterstelle nicht, dass du solche Gedanken hast, aber diese leisen „Vorwürfe“ schwingen bei solchen Äußerungen ganz oft mit, ob du willst oder nicht… Als Schwangere hat man ja auch besonders sensible Antennen, daher mag ich solche Sprüche eben nicht.

      • Blogolade Says:

        Du, ich mag viele Kinder, ich bin selbst eines von vieren und auch in meinem Umfeld gab es früher kaum jemanden mit nur 2 Kindern. Wie gesagt, ich hätte auch mehr haben wollen. Aber nach Zweien, ganz unabhängig davon wie das Geschlecht ist, muss ich sagen: mein Körper würde mir eine weitere Schwangerschaft sehr übel nehmen. Natürlich ginge das, gehen tut alles. Ich müsste mich darauf einstellen, Rollstuhl zu fahren, ebenerdig umziehen deswegen (2. OG ist echt mies mit Rollstuhl) und tagtäglich beten und hoffen, dass diesmal keine Schwangerschaftsvergiftung kommt und wenn doch, dann erst spät, wie bei den ersten beiden Kindern. Das alles will ich mir nicht wirklich antun. Hätte ich 2 Mädels oder 2 Jungs, es würde aufs gleiche rauskommen. Das Geschlecht, oder ob Pärchen oder nicht, das ist mir sowas von egal, viel wichtiger finde ich es, 2 gesunde Kinder zu haben.

        Den Spruch „jetzt habt ihr ein Pärchen, dann seid ihr ja fertig“ finde ich noch viel schlimmer als wenn jemand für sich! sagt dass er sein Glück nicht nochmal aufs Spiel setzt.
        Hätte ich 2 easygoing-Schwangerschaften gehabt, dann würde ich nicht von Glück sprechen. Hatte ich aber nicht. Ich rede auch nur davon, dass ICH MEIN Glück nicht nochmal riskieren würde, ich habe in keinem Wort davon gesprochen, dass das was mit der Entscheidung anderer Leute zu tun hat.

      • Blogolade Says:

        Nicht zu vergessen, dass ich in einer weiteren Schwangerschaft meine ersten 2 Kinder nicht mehr versorgen könnte. Wäre scheiße, oder?

        Wollt ihr mir wirklich absprechen, dass ich da von Glück rede? Darf eine Mutter von einem oder 2 Kindern nicht ebenso glücklich sein wie eine von 3, 4, 5, 6, n Kindern?

  9. Ursel Says:

    Mir tut die Mutter so leid. Ein Kind zu verlieren ist das Schlimmste was einer Frau passierem kann. Und da ist es egal ob es sich um eine *stille Geburt* handelt oder um einen erwachsenen 23jährigen …

  10. sopame Says:

    eine Freundin von mir hat das erleben müssen: sie selbst Gynäkologin, das Kind war engmaschig überwacht, alle Untersuchungen bestens. 1 Tag vor ET Tod durch Nabelschnurtrombose.
    Auch jetzt, sechs Jahre nach dem Schock, sagt sie es war gut das Kind auf natürlichem Wege zu bekommen, den Schmerz herauszudrücken, das Leid zu begreifen.
    Welch furchtbare Vorstellung wenn es so gelaufen wäre wie oben beschrieben.

    PS: sie hat noch zwei weitere gesunde Kinder bekommen, mit geplantem Kaiserschnitt…

  11. payoli Says:

    Bei allem verständlichen Leid der Eltern stellt sich mir als Gesundheitstrainer und Naturkenner diese Situation so dar:
    Wir setzen uns ohne viel zu denken an den Pokertisch, zocken Runde um Runde, halten das Gewinn- Verlust- Aufab für unveränderbares Schicksal und verstehen dann plötzlich die Welt nicht mehr wenn wir bankrott sind …
    Deshalb nicht ‚reanimieren‘ sondern weit, weit früher schon (zu einem naturrichtigen Leben) ANIMIEREN!
    Oder wie ich es nenne:
    paradise your life ! 😉

  12. Britta Says:

    Es ist denke ich ganz schwierig zu sagen wir tuen nichts. Ich habe es vor sehr vielen Jahren erlebt. Patientin kommt zur Vorsorge-Untersuchung ist am Termin. Erzählt von leichter Wehentätigkeit, ich sage na dann geht es vielleicht hoffentlich bald los. Nach Ende des Labor schließe ich die Patientin ans CTG an. Meine weit hinten Herztöne zu hören dann kann ich aber nichts finden. Chefin Bescheid gegeben, die hat ein Ultraschall gemacht, keine Herzaktion im Ultraschall mehr nachweisbar. Ich mußte die Patientin fast eine Stunde betreuen, bis der Ex-Freund endlich da war. Ich werde diese Stunde nie vergessen! Diese Verzweiflung dieser Frau selbst Ärztin. Noch heute hallen mir ihre Worte im Kopf „wie soll ich nur damit fertig werden, wie soll ich damit leben“. Das ganze ist mindestens 15 Jahre her ich habe kein Detail vergessen, weiß ihren Namen und alles als wäre es gestern gewesen. Wie kommt eine Mutter damit klar wenn es sich bei mir so ins Gedächtnis brennt.Nach der Entbindung hat sie unsere Praxis nie wieder aufgesucht, hat uns aber nach Jahren einen Brief geschrieben das sie Mutter geworden ist. Aufgrund der Erergnisse konnte sie nicht wieder zu uns kommen zu viele Erinnerungen. Damals hatte ich noch keine Kinder. Bei jeder meiner Schwangerschaften habe ich dann totale Angst gehabt es könnte auch mir passieren.

    Viele Grüße

    Britta

  13. tobiasblogt - Tobias Griebel Says:

    Die Mutter tut mir leid.

  14. Cris Says:

    Gut dass ich das erst heute lese, unser Kind ist erst 4 Tage alt…..

  15. Kat Says:

    Herrjeh. 😦

  16. Mela Says:

    Wie schrecklich muss es für die Eltern sein. Ohne Frage ist der Verlust eines ungeborenen Kindes für die Eltern immer entsetzlich, egal wie weit die Schwangerschaft fortgeschritten war. Aber das Kleine gespürt zu haben, zu wissen es sind nur noch wenige Tage und dann – Nichts!

    Aus medizinischer Sicht muss ich Neonathalie zustimmen. Ich erlebe selbst auch immer wieder Reanimationen, bei denen ich mir die Frage stelle „was tun wir hier?“ Und natürlich ist gerade bei Kindern immer die Hoffnung, es doch noch zu schaffen. Ich verstehe wenn Eltern in dieser Situation dem vollen Programm zustimmen – aus Hoffnung. Aber das medizinische Fachpersonal sollte manches mal früher akzeptieren, dass es vorbei ist und die kleine (oder große) Seele in Würde gehen lassen. Schwierig – ich weiß!

    Lg Mela

  17. Frau Muschel Says:

    …und in solchen Momenten, wenn ich das lese, danke ich dem Universum, wie so oft, dass ich drei wunderbare und gesunde Kinder zur Welt bringen durfte….

    Mein Beileid an die Eltern, es ist einfach furchtbar….
    Ich schliesse mich Cerise Worten an, bei aller Hoffnung, irgendwann ist Schluß.

    LG Frau Muschel

  18. tina Says:

    So lange man nicht selbst in der Situation war, als primär Betroffener, kann man glaube ich sehr leicht sagen: Vernünftig sein, Kopf einschalten, Akzeptieren.

    Ich glaube aber, das ist etwas, was man nur dann wirklich verstehen kann, wenn man selbst in der Situation ist / war (und das wünsche ich niemanden).

    Warum? Hoffnung. Glaube. Wunder. Die eine Ausnahme im Universum zu sein. Die 0,001% erwicht zu haben.

    Warum spielt man Lotto? Die Wahrscheinlichkeit für einen Jackpot ist auch nur 1:140 Millionen (!) – oder?

    Was natürlich nicht heißt, dass ich verstehe, warum die Ärzte nach 30 Minuten die Wiederbelebung nicht aufgegeben haben.

  19. Steph Says:

    Erst letzte Woche hatten wir das im Umfeld, noch 6 Wochen wären es gewesen…sie hat normal entbunden und kann nun beginnen zu trauern.
    Auch meine Schwester hat 2006 natürlich entbunden, wird nicht tgl. durch eine Narbe schmerzlich an den Verlust ihres Mädchens erinnert.

    Irgendwo sind Grenzen…

  20. SchwierigeEntscheidung Says:

    Weil es schon mal gut gegangen ist?

    Naja, ganz oder gar nicht:
    Totgeburt einleiten oder volles Programm.

    Wenn ich eine Notsectio mache und die Mutter den Risiken aussetze, muß ich auch reanimieren bis zum letzten.

  21. MavoDaMi Says:

    ich weiß es nicht… meine hoffnung würde mich wahrscheinlich auch einer sectio zustimmen lassen. das leid ist am ende das gleiche. 😦

  22. Stjama Says:

    Die Tortur eines Notkaiserschnittes mit Hoffen und Bangen hätte man der Mutter tatsächlich ersparen können 😦

    Woran kann es liegen, dass eine Schwangerschaft 39 Wochen normal (?) verläuft und dann bleibt plötzlich kurz vor der Entbindung einfach so das Herz stehen? Bei der Vorstellung stellen sich mir alle Nackenhaare auf 😦

  23. cassa Says:

    Ich glaube, ich als Mutter hätte gegen eine Notsectio entschieden. Das Kind hat sich seit mehreren Stunden nicht mehr bewegt. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Herz gerade erst beim CTG/Ultraschall aufgehört hat zu schlagen, ist absurd gering. Selbst wenn doch, so braucht auch eine Notsectio ihre Zeit. Wie lange? 10 min? Schneller wirds kaum gehen. 10 min komplett ohne Sauerstoff… das überlebt kein Ungeborenes ohne größte Schäden. Und so eine absolute schnellschnell-Notsectio ist auch für die Mutter alles andere als schonend. Schlimmstenfalls wird dabei auch noch größerer Schaden am Körper der Mutter angerichtet (bis hin zu zum „sie können nicht mehr schwanger werden). Und last but not least hat man dann einen geschundenen arg malträtierten kleinen Babykörper, dessen Anblick einen auf immer verfolgt.

    Nein, ich würde mein Kind dann lieber in Ruhe und Würde tot zur Welt bringen wollen, wenn möglich auf natürlichem Weg. So fällt der Abschiedsprozess sicher leichter.

    Sowit meine theoretischen Gedanken…. die Praxis blieb mir bisher erspart und natürlich hoffe ich, dass ich nie in die Situation kommen werde, solch eine Entscheidung real treffen zu müssen!

  24. kikilotta Says:

    ich weiß gar nicht mehr was ich sagen soll..
    Ganz furchtbar..

  25. Anne Says:

    Also ich weiß nicht… ich stimme da eher Neonatalie zu. Ich hätte auch als (werdende) Mutter schon sehr über die Notsectio überlegt und spätestens danach „aufgegeben“.
    Wir sind viel zu sehr gewohnt, dass alles nach unserem Willen läuft, dass wir auf Knopfdruck haben können, was immer wir möchten. Leben retten und erzwingen wollen ist doch ein ziemlicher Unterschied… und ein wenig Demut vor den natürlichen Abläufen würde auch nicht schaden, denke ich.
    Außerdem stimme ich Cerise zu – was kann schon nach so langer Zeit von diesem kleinen Menschen übrig bleiben? Doch nur ein Körper, der gezwungen wurde zu funktionieren…

  26. gedankenfest Says:

    Ich bin zwar nicht im medizinischen Bereich angesiedelt, aber ich denke nach den Schilderungen werden Ärzte mit ihrem medizinischen Wissen wahrscheinlich davon ausgehen, dass das Kind nicht mehr zu retten gewesen wäre.

    Aber neben ihrem Beruf sind sie auch Menschen, haben vielleicht selbst Kinder und sind sich wohl auch darüber bewusst, was das für ein Schlag für die Eltern sein muss. Es ist wahrscheinlich nicht das erste Mal, dass sie ein totes Kind versuchen zu reanimieren. Die Hoffnung treibt. Bis zuletzt. So kann man wenigstens sagen, man hat alles versucht. Das tut gut. Dem Arzt und den Eltern. Auch wenn bei den Eltern wahrscheinlich furchtbare Leere und Traurigkeit zurückbleibt. Das Wissen, dass zumindest alles menschenmögliche getan wurde, gibt vielleicht ein wenig Trost.

    Liebe Grüße.

  27. Cerise Says:

    Die Hoffnung ist es. Ein Kind, ein so kleines Kind, so neues Leben darf doch einfach nicht verloren sein.

    Aber nach 30 Minuten erfolgloser Reanimation + die Zeit der Untersuchung (CTG, Ultraschall) + die Zeit der Sectio… Nein. Dann muss Schluss sein.
    Selbst mit der Hoffnung das dieses kleine Herz wirklich erst kurz vorm CTG aufgegeben hat.
    Denn wenn nun die Reanimation noch „Erfolg“ hat, was ist es denn, was da dann lebt? Es ist nicht das Kind, das geboren werden sollte.
    Ob so eine Hülle dann jemals ein wie auch immer geartetes Bewußtsein erlangt wage ich zu bezweifeln. Und ob irgendjemand mit dem „Erfolg“ der Bemühungen glücklich sein wird…

    Die armen Eltern, sie haben mein Mitgefühl.

  28. Synapse Says:

    Hallo! Ich denke, dass wir, die im medizinischen Bereich arbeiten, eine andere Einstellung dazu haben. Wir erleben es live mit, wie auf Teufel komm raus versucht wird, einem Menschen Leben einzuhämmern, wo schon gar keines mehr ist.
    Ich schrieb es schon einmal – du bist bei den Kleinsten der Kleinen und ich habe höchste Hochachtung vor dir und deiner Arbeit. Ich bin ein zu starker Emo Mensch und würde daran zerbrechen.
    Mir reicht es schon, wenn ein 94jähriger Mann reanimiert wird, wo ich doch weiß, er will das gar nicht mehr. Noch ein Schuss und noch ein Schuss in den schon ausgemergelten Körper.

    Ich kann aber auch Remis verstehen, zumindest das, was ich auf den ersten Blick in seinem Blog erkennen konnte. Kinderwunsch. Stimmt doch oder?

    Ach was, ich bin so traurig. So einen Schlag muss eine Mutter/Vater erst mal verarbeiten. Es wird lange dauern und ich wünsche ihnen viel Kraft dazu.

    Deine Post machen immer sehr nachdenklich.

    Alles Liebe, Mandy

    • remis Says:

      @Synapse: Ja, seit mehr als drei Jahren Kinderwunsch, erste Schwangerschaft meiner Frau und dann missed abortion Ende SSW 10 – noch nicht ganz 14 Tage her.

      Für mich ist der beschriebene Fall von Natalie einfach ein Hoffen, Bangen und Klammern an einen Strohhalm. Das ist nicht rational und glaube mir, so nüchtern und sachlich ich das hier gerade beschreibe, auch wir haben nach fehlender Herztätigkeit des Embryos gehofft, daß im Krankenhaus ein anderes Ergebnis herauskommt. Für uns ist mit der Ausschabung ein nahestehender Mensch gestorben ohne daß wir ihn kennenlernen konnten.

      Ich wage gar nicht daran zu denken wie es in den Eltern dieses Kindes aussieht. Sie haben mein tiefstes Mitgefühl!

  29. remis Says:

    Wieso? Ich verweise auf mein Blog, wieso man so etwas evt. macht und bis zu allerletzt doch noch hofft…

  30. Barbara Says:

    …weil man bis zum Schluss hofft.
    Es auch nicht einsehen, wahrheben möchte.
    Darum.
    Traurige Grüße
    Barbara

  31. Andrea Says:

    Traurig…

    mir tun die Eltern leid…

    LG

    Andrea

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