Archive for April 2011

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27. April 2011

wie lange magensonde bei frühchen – so lange sie es brauchen

wieviel mal sollte man die babys in der woche baden – so lange kinder nicht krabbeln oder sich sonst wie schmutzig machen reicht 2x pro woche

künstliches koma weil er nicht selbständig atmen kann und bekommt krämpfe – hm, oje

nottaufe bei frühchen bedeutet – ein kind zu taufen, bevor es stirbt. damit es auf einem friedhof beerdigt werden kann (viele friedhöfe/pfarrer lehnen eine beerdigung von nicht getauften kindern ab)

was sind typische geräusche von früchen – hihi, witzige frage, machen frühchen denn spezielle geräusche? ich glaube nicht

warum kommt jugendamt zu frühchenstation – weil es gerufen wird

warum soll ich mein frühchen taufen lassen – vermutlich weil es ihm sehr schlecht geht

sonnenuntergangsphänomen bei nervosität – echt? gibts das?

atmung nach extubation – ist eindeutig von vorteil, ja

antibiotikum statt in die vene ins gewebe gegangen – das kommt vor

fetisch-im kinderwagen liegen – was es alles gibt…

mein kind ist in der 28 ssw geboren,konnte im krankenhaus hören aber jetzt reagiert es kaum auf geräusche – hörtest wiederholen und ggf. weitere untersuchungen machen lassen

frühchen gestorben krankenschwester gepisst – gepisst??

keine magensonde infusion für trinken – hallo infektionsrisiko!

wie liegen zwillinge in der 31. ssw –  unterschiedlich

sieht man einem frühchen sauerstoffmangel an – ja, es ist dann blau

wechsel magensonde frühgeborene – bei uns alle 2 wochen, aber meistens erledigen das die kids schon früher 😉

6 monate nach frühgeburt noch traurig – oje 😦  sprich mit einem psychologen drüber

frühchen wie lange o2 brille – so lange wie nötig

namen oder geschehnisse sind rein zufällig – jawohl!

baby apnoe monitor nicht gehoert – ernsthaft? beim heimmonitor?? na du hast einen tiefen schlaf, die alarme sind doch eh sehr laut…?

reanimation bei der schwangeren – damit hab ich gsd keinerlei erfahrungen

mythos magensonde

26. April 2011

irgendwie ist es mir grad ein bedürfnis euch etwas über die ernährung von frühchen zu erzählen. möglicherweise deshalb, weil die mutter im letzten posting bei manchen von euch in ungnade gefallen zu sein scheint. aber primär nicht deshalb, weil sie ihrem kind die flasche (und das damit verbundene geschmacks- und saugerlebnis) verweigert – um das es mir eigentlich ging – sondern weil sie ihrem kind etwas anderes „schlimmes“ antut, nämlich die magensonde. zur (teilweisen) rettung des rufes dieser stillwütigen mutter muss ich euch aber sagen, dass dieses kind sowieso (auch) über die magensonde ernährt wird.

praktisch alle frühgeborenen haben eine magensonde liegen. dieser dünne schlauch wird entweder über die nase, oder (wenn nicht anders möglich) über den mund bis in den magen vorgeschoben. das stört die meisten kinder kaum. auch wenn man sich das nicht vorstellen kann. klar kommt es vor, dass ein kind beim magensonde legen weint oder unruhig ist. angenehm ist es wohl nicht. und es kitzelt in der nase. aber es ist in wenigen sekunden erledigt und sicher viel weniger anstrengend und unangenehm, als das legen eines venösen zugangs. übrigens ist magensonde legen bei uns reine schwesternaufgabe und gehört für uns zum alltag, wie das wickeln und füttern der babys.

das magensonde legen beim frühchen bzw. säugling ist nicht zu vergleichen mit dem magensonde legen bei erwachsenen. für erwachsene ist es deutlich unangenehmer und wird deutlich schlechter toleriert. deshalb werden erwachsenen dafür mitunter sogar leicht sediert. (hab ich mir sagen lassen.)

ihre erste magensonde bekommen frühchen entweder direkt bei, oder unmittelbar nach der erstversorgung gelegt.

wozu? nun, zum einen werden frühchen, je nach schwangerschaftswoche, zustand usw., in den ersten tagen, wochen oder auch monaten darüber ernährt. eh klar.

zum anderen kontrolliert man damit vor jeder mahlzeit, wie gut die kleinen ihre milch verdaut haben. die farbe, menge und beschaffenheit der magenreste (also der flüssigkeit, die vor der mahlzeit noch im magen ist), gibt aufschluss darüber, wie gut die verdauung des frühchen funktioniert. der frühchen-darm ist eben noch unreif, und eigentlich noch nicht dafür gemacht milch zu verdauen. und da kann es schon mal zu problemen kommen. um erste symptome drohender komplikationen, die möglicherweise sogar eine operation nötig machen würden, möglichst früh zu erkennen, muss man die magenreste im auge behalten. zusammen mit dem gesamteindruck, den das kind macht. eh klar.

wenn ein frühchen eine magensonde hat, heißt das nicht, dass es nicht trinken darf. im gegenteil. vom ersten tag an sollen die kleinen ihre noch schwache saugmuskulatur trainieren. dafür gibt es mehrere möglichkeiten. zum beispiel ein wattestäbchen, das in milch oder tee getränkt ist. oder der schnuller. oder stillen, bzw. an der brust nuckeln. oder die flasche.

neben dem training ist es auch wichtig, dass die kinder ihre milch schmecken und so kennenlernen können. das ist eine angenehme erfahrung, die den kleinen würmern in ihrem (oft nicht so angenehmen) alltag auf der neonatologie gut tut.

aber auch wenn ein kind schließlich kräftig genug ist, um einige male an der brust oder der flasche zu saugen, heißt das noch nicht, dass es trinken kann. dazu gehört nämlich auch noch die koordination zwischen saugen, schlucken und atmen. und das ist auch sehr anstrengend. auch die ausdauer darf man nicht vergessen. wenn ein kind 4 oder 5 mal kräftig saugen kann, dann ist das wirklich toll, aber es reicht eben nicht aus, um eine ganze mahlzeit selbst zu trinken.  

trinken lernen ist also keine einfache sache für frühchen. und es spielen sehr viele faktoren eine rolle. es kann auch tage geben, in denen man bewusst keine trinkversuche macht. zum beispiel dann, wenn das kind sehr mit der atmung zu kämpfen hat. dann ist trinken schlicht nebensache und wird auch mal komplett auf eis gelegt. oder kinder, die längere zeit intubiert sind, die müssen natürlich auch erst einiges aufholen.

sind die kinder fit und passt alles soweit, dann macht man etwa 4-6 trinkversuche pro tag (also in 24 stunden). wobei man natürlich immer auf die signale des kindes achtet. zeigt ein kind, dass es jetzt gerade keine lust hat zu trinken, dann muss man das akzeptieren. es hat, wie auch bei größeren kindern, keinen sinn, sie zum essen zwingen zu wollen. motivieren – ja. zwingen – klares  nein.

viele frühchen haben sehr lange eine magensonde. das ist nichts schlimmes. die kinder sind es von anfang an gewöhnt. und auch die eltern gewöhnen sich meistens bald daran.

ja, es kommt öfter mal vor, dass die kleinen es schaffen sich die sonde selbst zu entfernen. aber das tun sie nicht, weil die sonde sie stört (schon deshalb nicht, weil sie sich gar nicht so zielgerichtet bewegen können). es passiert eben manchmal. das ist keine große sache.

fazit: eine magensonde ist keine quälerei und auch kein teufelszeug. es ist eines der vielen dinge, die auf einer station wie meiner ganz normal sind. so wie inkubatoren und beatmungsgeräte, infusionen und monitore.

zum mythos saugverwirrung werd ich mich ein andermal äußern.

ich bin stillfeindlich

22. April 2011

ja, so ist es. jedenfalls musste ich mir das letztens an den kopf werfen lassen. ich PÖÖÖHSE schwester.

und das nur, weil ich es nicht besonders förderlich für die entwicklung eines frühgeborenen kindes halte, dass es, auf wunsch der mutter, in ihrer abwesenheit nur sondiert werden soll. das kind soll sich keinesfalls an die flasche gewöhnen. sonst kriegt es eine saugverwirrung. PÖÖÖHSE saugverwirrung! schnuller ist deshalb natürlich auch nicht gestattet. maximal ein tee- oder milchstäbchen.

gegenargumente? nutzlos. schließlich ist sie die mutter und weiß, was das beste für ihr kind ist. okay.

das wird ein hartes stück arbeit für die stillberaterin, die psychologin und uns.

immer erst den eigenen puls fühlen

20. April 2011

es ist nachtmittag und somit auch besuchszeit. während ich bei einem kind stehe und es pflege, beobachte ich aus dem augenwinkel, wie das kind auf der nachbarposition friedlich auf dem arm seiner tante schläft. die mutter sitzt auch dabei. die beiden unterhalten sich angeregt über die jüngste gewichtszunahme des kleinen zwerges. ich konzentriere mich wieder auf meine arbeit.

etwas später bemerke ich, wie die mutter der tante hektisch das kind aus dem arm nimmt. die tante greift sich immer wieder an den kopf, wirkt plötzlich sehr blass. offensichtlich gehts ihr nicht gut. das passiert öfter mal. die besucher sind aufgeregt, haben vielleicht heute nicht viel gegessen, dann diese doch sehr technische und „intensive“ umgebung, klimaanlagenluft, krankenhausgeruch. das alles führt in mehr oder weniger regelmäßigen abständen dazu, dass jemandem schlecht oder schwindelig wird (oder beides).

also hab ich mich gleich ungefragt auf den weg gemacht und der tante ein glas wasser und einen feuchten, kühlen lappen gebracht. sie bedankt sich und meint, es würde schon wieder gehen. wir vereinbaren, dass sie noch ein paar minuten sitzen bleiben und dann einen kaffee (oder was auch immer) trinken gehen. so weit, so gut.

ich wende mich also wieder meiner arbeit zu und gehe den notfallwagen auffüllen. keine 5 minuten später: „schwester! schnell!“, die mutter, die ihr kind im übrigen noch immer am arm hat, trippelt nervös von einem fuß auf den andern. die tante ist offensichtlich gerade am kollabieren. wie in zeitlupe rutscht sie aus dem stuhl. ich bin gerade noch rechtzeitig bei ihr, um den kopf abzufangen, bevor er auf den boden geknallt wäre. mutter: „oh mein gooott, susi, mach doch die augen auf! komm schon! schwester, die susi hat einen herzfehler!“

das auch noch. so. und plötzlich wird mir bewusst, dass das mein erster notfall seit jahren ist, bei dem ich keinen monitor vor der nase habe, der mir sagt ob mein patient atmet, wie herzfrequenz und sättigung sind und mit dessen hilfe ich mal eben schnell blutdruck messen kann. und das auch noch bei einem erwachsenen. also, was muss ich jetzt noch gleich tun???

als erstes kommt immer der hilferuf. also hab ich nach einer kollegin gerufen, die auch gleich bei mir war. ansprechen, schmerzreiz. keine reaktion. eine zweite kollegin kommt dazu. ich schicke sie das mobile pulsoxy holen (ja, ohne technik bin ich verloren). atemwege frei machen und nach kreislaufzeichen suchen. ich weise die andere kollegin an, nach dem puls zu suchen. ich überprüfe die atmung. das ist echt nicht einfach. ich bin mir nicht sicher, ob sie atmet. die kollegin hat den puls gefunden. ich bitte sie, die atmung zu prüfen. das pulsoxy ist da. ich monitiere die patientin. puls regelmäßig um die 50. ist das gut? wie waren nochmal die normwerte bei erwachsenen? sättigung 85%. die kollegin hat atmung festgestellt. also stabile seitenlage. eine kollegin ruft einen arzt dazu. er will einen zugang legen und volumen geben. außerdem sauerstoff. ich sage ihm, dass die frau laut aussage der mutter einen herzfehler hat. welchen kann sie uns aber nicht sagen. beim zugang legen wird die frau munter, ist aber sehr benommen.

so. nun ist die situation soweit im griff. ganz klar ist, dass die frau sofort in die notfallambulanz und untersucht werden muss. nur, wie machen wir das jetzt? alleine mit einem träger kann man die frau nicht rüber schicken. zu gefährlich. wir dürfen auch nicht mitgehen. also mal auf der notfall anrufen und fragen. sie kommen sie holen.

alles in allem ist es gut gelaufen für die frau. die situation ist recht ruhig und routiniert abgelaufen. dennoch gibt es ein paar dinge, über die wir uns nachher in der gruppe gedanken gemacht haben.

– was wäre gewesen, wenn wir sie bebeuteln hätten müssen? erschreckend, aber wahr: wir haben keinen erwachsenen-ambu an der station. auch keine maske. nichtmal eine sauerstoffmaske. wir sind nur für säuglingsnotfälle ausgelegt. das heißt, wir hätten die frau entweder mit einem säuglingsambu, oder mund-zu-mund beatmen müssen, bis das rea-team da ist. intubieren hätten wir sowieso vergessen können, da unser größer tubus ein 5.5er ist. das hätte also auch erst das rea-team tun können.

– wir haben keine blutdruckmanschetten für erwachsene.

– wir haben zwar einen defi (kann man den überhaupt auch für erwachsene verwenden? – keine ahnung), aber keine ekg-elektroden für erwachsene.

– wir haben keine viggos für erwachsene. naja, jedenfalls nicht viele. wir haben genau 1 rosa und 1 grünen viggo im notfallwagen. eigentlich gedacht sind sie für die notfallmäßige entlastung von pneus bei säuglingen.

– wir haben überhaupt kein training für erwachsenen-notfälle.

– wir sind total auf unsere technik angewiesen.

alles punkte, an denen wir arbeiten werden.

der tante susi gehts übrigens wieder gut. sie war eine nacht zur beobachtung aufgenommen. gefunden wurde aber nix, sagt die mutter.

muss mich mal ärgern

15. April 2011

es gibt wirklich nicht viele dinge, die mich bei der arbeit so richtig wütend machen. aber eines treibt mich in regelmäßigen abständen in den wahnsinn. und zwar das ständige aufwecken der kinder.

jeder, der die station betritt ist der meinung, dass er/sie etwas unheimlich wichtiges an den kindern zu tun hat. und das kann nicht warten, bis das kind wieder wach ist. nein. das muss jetzt sein. täglich gibt es deshalb diskussionen. mit ärzten, physiotherapeuten, logopäden (obwohl die noch die „bravsten“ sind, immerhin sind sie meistens an die essenszeiten der kinder gebunden) und auch mit eltern.

ich habe kein problem damit, mich vor ärzten und therapeuten aufzubauen und ihnen schlicht zu verbieten, das kind jetzt aufzuwecken. sofern die untersuchung oder die maßnahme nicht akut notwendig ist, eh klar.

aber eltern? da habe ich natürlich schon skrupel. schließlich ist es ihr kind, und nicht meines. sie können damit tun und lassen, was sie wollen. aber manchmal… ein beispiel.

wir betreuen seit einigen monaten einen jungen mann, timo. er war ein extremfrühchen aus der 24. schwangerschaftswoche, hatte lange zeit große probleme und ist nun endlich am wege der besserung. er ist massiv unruhig, weint jeden tag mehrere stunden am stück (egal was man mit ihm macht), braucht sehr viel zuwendung und manchmal auch beruhigungsmittel. anders findet er oft einfach nicht in den schlaf, obwohl er hundemüde ist.

timos eltern haben bereits 2 kinder im schulalter, der vater ist berufstätig. die großeltern wohnen mehrere hundert kilometer entfernt. deshalb ist es den eltern nicht möglich jeden tag stundenlang bei timo zu sein. wenn sie dann aber zu besuch kommen, möchten sie die zeit mit ihrem kind natürlich nutzen. sie möchten ihn wickeln, füttern, baden und kuscheln.

da sie aber meist nur 1 oder 2 stunden am tag hier sind,kommt es vor, dass timo diese wenigen stunden verschläft. das passt den eltern meist gar nicht. aber so ist es nunmal. wir sind froh, wenn timo überhaupt mal 2 oder 3 stunden am stück schläft, ohne medikamente.

letztens war timos vater am abend zu besuch. als er kam schlief timo tief und fest. ich hatte ihn erst vor 20 minuten zum schlafen gebracht. bevor der vater zu timo ins bett greifen konnte, habe ich ihn „abgefangen“ , ihm kurz erzählt, wie timos tag war und, dass er eben erst eingeschlafen ist. als wir neben timos bett standen, bemerkten wir, dass er wohl stuhl in der windel hatte. der vater wollte ihn wickeln. jetzt. ich meinte, dass das nicht notwendig ist, da es timo offensichtlich nicht stört (er schlief ruhig und entspannt). und da er ja gerade erst eingeschlafen war und die ruhe dringend braucht, wäre es nicht sinnvoll, ihn jetzt aufzuwecken.

gut. der vater setzte sich also neben timos bett und begann ihm eine geschichte vorzulesen. sicher nicht das, was er sich vorgestellt hatte, aber was soll ich tun.

eine stunde später. ich sitze mit meinen kolleginnen in der küche. ein blick auf den zentralmonitor. timo schläft noch immer ruhig. sein herz schlägt entspannte 120mal pro minute. während ich noch einen blick auf die anderen kinder am monitor werfe, wird timo plötzlich vom monitor abgehängt. das kann doch nicht wahr sein?!

aber doch, ist es. als ich zu timo nach hinten gehe, liegt dieser schon am wickeltisch. „er ist gerade aufgewacht. ich wickel ihn noch schnell, bevor ich gehen muss.“ ja. klar. was soll ich dazu sagen? erstmal tief durchatmen. „ich habe genau gesehen, dass sie ihn aufgeweckt haben!!“ (hätte ich gern gesagt, bin aber zu nett dafür)  

10 minuten später war der vater weg. und timo wieder völlig aufgelöst und hysterisch. *seufz*

ich verstehe ja, dass eltern das bedürfnis haben, aktiv etwas für ihr kind zu tun. wirklich. und ich find das sogar gut. aber auf der anderen seite bin ich es, die das am spieß brüllende kind in den nächsten 2 stunden herumtragen und popo-klopfen und sonst-wie beruhigen muss, um es vor der gabe eines (leichten) beruhigungsmittels, das die ärzte bereits „angedroht“ haben, zu bewahren.

was würde der vater wohl machen, wenn zu hause jemand seinen sowieso immer unruhigen und gerade eingeschlafenen sohn aufweckt?!? sicher keine luftsprünge.

ehrlich, manchmal ist die arbeit mit eltern… nicht einfach.

happy birthday!

13. April 2011

meine lieben, treuen leser. heute gibt es was zu feiern.

dieser blog feiert heute seinen

1. GEBURTSTAG

 

ja, so ist es. ich kann es kaum glauben. und ein bisschen stolz bin ich auch. auf mich. auf euch. und auf dieses ganze neonatatlie-sache.

in den ersten 2 wochen hatte dieser blog genau 48 besucher. nein, nicht pro tag. ingesamt. unglaublich, dass sich mittlerweile sogar an „schlechten“ tagen 20mal so viele besucher zu mir verirren (ja, verirren, anders kann ich es mir nicht erklären 😉 ). ich weiß, damit gehöre ich zu den kleinen fischen im wordpress-meer, aber ich finds toll.

 ach ja, wie die zeit vergeht…

ein besonderes tagebuch

11. April 2011

als lunas mutter in der 30. schwangerschaftswoche war, stürzte sie morgens im badezimmer beim aussteigen aus der dusche. dabei schlug sie sich den kopf an. sie war nicht bewusstlos, hatte jedoch danach starke kopfschmerzen.

da die schmerzen nicht nachlassen wollten, und ihr ganz schön übel war, fuhren sie und der werdende papa abends ins krankenhaus. lunas mama wurde mit verdacht auf gehirnerschütterung stationär aufgenommen. luna ging es bestens.

wenige stunden nachdem sie im krankenhaus aufgenommen wurde, hatte lunas mutter einen schweren krampfanfall. luna musste per notsectio geholt werden. es stellte sich heraus, dass lunas mama eine ziemlich große hirnblutung erlitten hatte. nach dem kaiserschnitt wurde sie sofort notoperiert und danach auf die intensivstation verlegt. es ging ihr sehr schlecht.

luna hingegen ging es ganz gut. auch sie verbrachte ihre ersten lebenstage auf der intensivstation. danach wurde sie zu uns verlegt.

luna war nicht das erste kind dieser familie, sie war das dritte. der vater war also ganz schön eingespannt zwischen kindergartenkind, schulkind, schwer kranker frau und frühgeborenem baby. er kam zwar täglich zu besuch, konnte aber nicht sehr lange bleiben. er hatte unterstützung von den großeltern, anders hätte das wohl alles nicht funktioniert.

der zustand von lunas mutter war lange kritisch. sie musste mehrmals operiert werden. in den ersten wochen war nicht klar, ob sie überhaupt überleben würde. doch mit der zeit stabilisierte sie sich. als man sie nach über drei wochen aufwachen ließ, konnte sie nicht sprechen und sich nur sehr eingeschränkt bewegen.

von anfang an war klar, dass lunas mama lange brauchen würde, um sich zu erholen. das bedeutete, dass sie die ersten lebenswochen ihres dritten kindes nicht (oder nur sehr eingeschränkt) miterleben würde. deshalb begannen die schwestern der neo-intensiv, ein luna-tagebuch zu führen. vom ersten lebenstag an wurde täglich ein eintrag von der betreuenden schwester geschrieben. das haben wir natürlich begeistert übernommen. ab und zu wurden auch mal fotos gemacht und eingeklebt. oder hand- und fußabdrücke gemacht. auch der papa durfte mitschreiben.

die idee des intensivtagebuchs kommt eigentlich aus der erwachsenenintensivpflege. wenn erwachsene längere zeit im „künstlichen koma“ (wie es umgangssprachlich so schön heißt) liegen, fehlt ihnen danach jede erinnerung an diese zeit. um ihnen die möglichkeit zu geben, zumindest im nachhinein etwas daran teil zu haben, und es somit verarbeiten zu können, schreibt man dort tagebuch für die patienten. das gibt es natürlich nicht auf jeder intensivstation, und es ist auch nicht bei jedem patienten notwendig, aber mir gefällt diese idee.

in diesem tagebuch werden keine medizinischen fakten aufgeschrieben. dafür gibt es sowieso die offizielle doku. es soll tatsächlich wie ein „normales“ tagebuch geführt werden. im falle unserer luna haben wir es in der ich-form geschrieben. zum beispiel sowas:

heute gings mal wieder rund hier! in der früh durfte ich in der großen badewanne eine runde schwimmen gehen. das hat mir super gefallen, ich war ganz munter und entspannt. aber baden ist auch ganz schön anstrengend, deshalb wollte ich danach auch nicht von der flasche trinken. dafür hab ich bei der nächsten mahlzeit ordentlich reingehaun und 40ml selbst getrunken! zu mittag war dann der augenarzt da. diese untersuchung mag ich ja nicht so, das hab ich dem doktor auch deutlich gezeigt! trotzdem war er sehr zufrieden mit mir. am nachmittag war oma zu besuch und hat ganz viel mit mir gekuschelt und mir lieder vorgesungen. das mag ich gerne, dabei schaue ich mir oma immer sehr genau an. die schwestern sagen, dass ich morgen oder übermorgen vielleicht wieder mit papa zu mama auf besuch gehen darf, wenn es mir und ihr weiterhin so gut geht. das wär super! auf mama schlafe ich nämlich am allerbesten.  

ps: zugenommen habe ich auch wieder! ich wiege jetzt 2285g und bin 46cm groß!“

lunas mutter hat sich wahnsinnig darüber gefreut. sie hat uns gebeten das tagebuch bis zur entlassung weiter zu schreiben.

luna wurde etwa 2 wochen vor ihrem errechneten geburtstermin nach hause entlassen. am gleichen tag wurde ihre mama in eine reha-einrichtung transferiert.

promieltern

9. April 2011

ja, auch promikinder können startschwierigkeiten haben. deshalben haben auch wir immer mal wieder kinder/enkel/neffen/nichten/sonst-irgendwie-verwandte-oder-bekannte von mehr oder weniger prominenten personen bei uns liegen. vom sportler über musiker bis zum politiker, alles schon da gewesen.

bevor die datenschützer gleich einen anfall bekommen, keine sorge. es kommen jetzt keine geschichten wie „brad pitt hat keine ahnung vom windelwechseln“ oder „heidi klums kind hatte nen riesenpickel im gesicht“.  (und fürs protokoll: die beiden habe ich bisher nicht persönlich getroffen, auch deren kinder nicht)

ich will auf etwas ganz anderes hinaus. nämlich auf den umgang mit den eltern dieser kinder.

es gibt immer wieder mal eltern, mit denen man nicht kann. man empfindet sie als mühsam und sie sind einem einfach unsympathisch (und umgekehrt sicher auch). das ist nichts schlimmes. es ist menschlich. manchmal passt die chemie einfach nicht, dafür kann niemand was.

interessanterweise gibt es das bei promieltern praktisch nie. in den 9 jahren, in denen ich nun schon in diesem beruf tätig bin, habe ich es erst ein einziges mal erlebt, dass jemand mit einer promimutter nicht konnte.  im gegenteil, die meisten sind sogar wahnsinnig sympathisch und nett.

ich frage mich, woran das liegt. haben wir möglicherweise eine andere einstellung zu diesen eltern, nur weil sie (oder ein naher verwandter/bekannter) prominent sind? sind wir da geduldiger? lassen wir mehr durchgehen? oder sind sie einfach „pflegeleichter“? sind sie es gewöhnt, einen berater neben sich stehen zu haben, der ihnen sagt wie die sache läuft, und sehen sie uns als ebensolche berater für ihre kinder?

oder ist es reiner zufall, dass ich bisher nicht auf promi-monster-eltern gestoßen bin?