Archive for Dezember 2010

eltern als zeugen von notfallsituationen bei anderen patienten

29. Dezember 2010

jaaa, es geht schon wieder um eltern. ein erlebnis im letzten dienst hat mich auf die „frage“ gebracht, wie stark eltern eigentlich durch die schicksale und notfälle der anderen patienten belastet werden.

folgendes ist passiert:

die mutter eines patienten känguruht mit ihrem kind (34. woche, 2 wochen alt, ohne gröbere probleme). gegenüber liegt ein 4 tage altes kind aus der 31. woche im inku. dieses hat plötzlich eine apnoe, der monitor alarmiert. ich gehe hin, sättigung bei 70%. ich stimuliere zunächst sanft, nix tut sich, sättigung 62%. ich drehe das licht neben dem bett auf, um das kind besser beurteilen zu können, und stimuliere fester. keine reaktion, sättigung 50%, zusätzlich wird das kind bardykard mit einer herzfrequenz von 81, tendenz fallend. ich greife zum ambu, drehe den sauerstoff auf und beginne das kind zu bebeuteln, die sättigung ist jetzt bei nur mehr 35%, herzfrequenz 70. nach einigen beatmungshüben ist die herzfrequenz wieder im normbereich, die sättigung bei 80%. ich mache eine kurze pause um zu sehen ob das kind wieder atmet, tut es aber nicht. nach einigen weiteren beatmungshüben setzt die atmung wieder ein. das wars. alles wieder gut.

die situation ist ruhig abgelaufen. schon beim ankommen beim bett des patienten habe ich alle alarme ausgeschaltet, es hat also nicht die ganze zeit alarmiert. ich habe ruhig vor mich hin gearbeitet, war nicht hektisch oder so. ich habe keine kollegin zu hilfe gerufen, nur leise mit dem kind gesprochen. gedauert hat die ganze aktion viellecht 2 minuten.

für mich war das keine dramatische situation. sie war gut beherrschbar. deshalb hab ich auch nicht weiter drüber nachgedacht. was ich aber nicht bedacht habe war, dass mir die mutter des patienten gegenüber die ganze zeit zugesehen hat.

etwas später, nach der pflegerunde bei ihrem kind, hat sie mich darauf angeprochen. sie hat mich gefragt ob es dem kind eh wieder gut geht, weil es doch fast gestorben wäre. wir haben die situation besprochen, danach war sie wieder beruhigt. sie sagte, sie hätte wirklich gedacht, dass das kind jetzt sterben würde. soeine situation, mit so extrem niedrigen werten der vitalparameter und bebeuteln, hat sie noch nicht beobachtet. es hat ihr große angst gemacht.

richtige notfälle, im sinne einer handfesten reanimation, haben wir ja sehr selten. aber so kleinere dinge, wie eine nicht stimulierbare apnoe, das gibt es häufig. ist das für alle eltern so belastend, wie für diese mutter?

ich kanns ja verstehen. die eltern kennen die normwerte von sauerstoffsättiung und herzfrequenz, wir erklären sie ihnen ja. wir zeigen den eltern von instabilen kindern auch, wie sie ihr kind sanft stimulieren können, wenn es einen längeren atemaussetzer hat und der monitor anschlägt. das hat sich sehr bewährt. sie gewinnen sicherheit in solchen situationen und können besser damit umgehen. außerdem verhindert man so mitunter sogar tiefere abfälle. ich brauch halt einfach einige sekunden, bis ich beim bett bin. die eltern sind sowieso ganz nah bei ihrem kind und können sozusagen schon mal mit der „erste hilfe“ beginnen. manchmal reicht das dann auch schon aus.

so, jetzt bin ich am überlegen, wie man mit der sache der beobachtung von kleineren „notfällen“ umgehen könnte, wenn die eltern (oder auch andere besucher) nicht direkt auf einen zukommen und danach fragen. das problem ist, dass einem meist nicht bewusst ist, dass man beobachtet wird. also mir zumindest nicht. und ich finde es nicht sinnvoll, jemanden aktiv auf sowas anzusprechen, obwohl ich mir gar nicht sicher bin, ob ers überhaupt mitbekommen hat. vielleicht gibt es auch menschen, die über das gesehene lieber gar nicht reden möchten.

ein unlösbares problem? vorschläge? ideen?

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ein schönes weihnachtsgeschenk

26. Dezember 2010

wie jedes jahr haben wir auch diesmal am 23.12. die station quasi leergeräumt. alles, was halbwegs entlassungsfähig war, wurde nach hause geschickt. von unseren 11 patienten waren das immerhin 4.

war ein ganz schön stressiger tag. denn natürlich bleibt die station nicht leer, es kommen klarerweise auch wieder 4 aufnahmen. und da angeblich drüben auf der gyn gerade 4linge (!) in der 21. woche liegen, hält die intensiv so viele plätze wie möglich frei. dementsprechend aufwendig waren auch die neuen patienten. (ob das mit den 4lingen wirklich stimmt weiß ich nicht. haben wir nur gerüchteweise gehört. wenns stimmt werde ich natürlich berichten.)

ein kind haben wir am 24.12. sogar auf ausgang geschickt. das gibt es bei uns normalerweise NIE.

der kleine junge ist eine ehemalige 24. woche, schon recht alt (ende september geboren) und ist jetzt endlich auf entlassungskurs. nur das trinken klappt noch nicht so richtig. er schafft meist ca. 2/3 seiner mahlzeit selbst und muss dann nachsondiert werden. selten trinkt er die ganze flasche. sonst ist er aber ganz stabil.

schon letzte woche hat seine mutter mal bei den ärzten nachgefragt, ob sie ihn zu weihnachten vielleicht schon mit nach hause nehmen kann. sie haben das aber abgelehnt. eine entlassung mit magensonde wollten die ärzte in dem fall nicht. die mutter war zwar traurig, hat es aber akzeptiert. anfang der woche hat sie einer kollgin davon erzählt. sie hätte weihnachten gerne mit ihren beiden jungs (sie hat noch einen 3jährigen zu hause) gemeinsam zu hause unterm christbaum gefeiert.

die kollegin, die vorher jahrelang auf einer normalstation gearbeitet hat, wo ausgang für kinder zum alltag gehörte, hat dann mal bei den ärzten nachgefragt, wie es denn mit ausgang aussieht. der kleine ist ja völlig stabil und die mutter sehr geschickt mit ihm. sie hat sich auf eine intensive diskussion mit den ärzten eingelassen, denn die waren anfangs nicht begeistert. wie gesagt, ausgang gibt es bei uns normalerweise nicht.

das ergenis: die mutter darf ihr kind für 6 stunden mit nach hause nehmen, mit monitor und ohne magensonde. wie die mutter reagiert hat brauch ich wohl nicht zu sagen. sie hätte die ärztin und die schwester am liebsten abgeknutscht. gleich am nächsten tag wurde die eltern von uns auf den monitor und die medikamente eingeschult. monitoreinschulungen machen wir normalerweise nicht selbst. aber auf die schnelle war natürlich kein platz mehr zu bekommen.

am 24. hat die mama den kleinen dann um 13 uhr noch bei uns versorgt. danach wurde die magensonde entfernt. wenn er die flasche um 17 uhr nicht schaffen sollte, dann wäre das auch keine tragödie. die mutter wurde angewiesen, sofort wieder zu kommen, wenn sie das gefühl hat, dass es dem kleinen nicht gut geht oder der monitor auch nur einmal alarmiert,  hat alle medikamente und ein fläschchen mitbekommen und ist kurz vor 14 uhr dann mit ihrem kleinen gegangen.

um 19 uhr kam die mama mit dem kleinen wieder an die station. sie hat uns fotos von der weihnachtsfeier zu hause gezeigt und sich vielmals bedankt: „das war mein schönstes weihnachtsgeschenkt überhaupt!“

ich hoffe auch ihr hattet alle ein wunderschönes weihnachtsfest im kreis eurer liebsten!

lilly

20. Dezember 2010

weil bei den letzten suchbegriffen das thema verzicht aufs elternrecht bei frühgeborenen aufgekommen ist, will ich euch heute mal von einer ganz süßen maus erzählen. nämlich von der kleinen lilly.

lilly wurde in der 26. schwangerschaftswoche nach einem vorzeitigen blasensprung geboren. es war eine anonyme geburt. die mutter hatte sich bereits vor der geburt für eine freigabe zur adoption entschieden. das ist alles was wir über die mutter wissen. warum, wieso, weshalb adoption? keine ahnung. gemunkelt wurde natürlich viel. von minderjährig bis prostituierte war alles dabei. auch, dass der blasensprung mit der „stricknadel-methode“ forciert wurde. letzlich weiß man aber nichts wirklich.

na jedenfalls, nach lillys geburt wurde umgehend mit der suche nach adoptiveltern begonnen. die such gestaltete sich nicht einfach, sodass man auch zeitgleich nach langzeitpflegeeltern suchte, falls (vorerst) keine adoptiveltern zu finden waren.

lilly war von anfang an recht stabil. sie kam nach 8 tagen intensiv zu uns, musste nicht beatmet werden (außer für eine kleine augen-op), brauchte aber 5 wochen lang unterstützung beim atmen mittels infantflow. danach war sie noch 3 wochen an der sauerstoffbrille. das mit dem trinken ging auch halbwegs gut. sie war also eine ganz fitte maus.

wie kam lilly zu ihrem namen? durch uns. ihre mutter hatte ihr keinen vornamen gegeben (ich weiß nicht mal, ob sie dazu das recht gehabt hätte?), und adoptiveltern gab es ja noch nicht. auf der intensiv hatten sie sie immer nur mit kosenamen angesprochen. nach wenigen tagen bei uns etablierte sich der name lilly. wir wissen nicht mehr, wer damit angefangen hat.

das jugendamt rief immer wieder an, um sich nach lillys zustand zu erkundigen. so wussten sie auch bald, dass wir ihr einen namen gegeben hatten. irgendwann sagte die dame am telefon dann: „achja, übrigens haben wir elisabeth jetzt als offiziellen vornamen eingetragen, weil sie sie doch immer lilly nennen.“ tja, damit wars dann auch schon offiziell.

4 wochen nach lillys geburt teile uns das jugendamt mit, dass sie pflegeeltern eltern gefunden hatten, die lilly nehmen würden. mit der ersten kontaktaufnahme wollten sie aber noch warten, falls sie doch noch adoptiveltern finden.

und tatsächlich. wir hätten es ja nicht mehr geglaubt. aber als lilly 7 wochen alt war kam der anruf. es gibt potentielle adoptiveltern. gleich für den nächsten tag, 13 uhr wurde das erste treffen vereinbart.

als ich morgens in den dienst kam und hörte, dass adoptiveltern gefunden waren und dass sie heute kommen sollten, war klar: natalie betreut heute die kleinen lilly! hihi. meine kolleginnen kennen mich und wissen, dass ich auf elternarbeit stehe. 😀

da ja heute ein besonderer tag  war, habe ich lilly in der früh besonders schick gemacht, magensonde und sauerstoffbrille mit schönen, herzförmigen pflastern neu fixiert und ihr was hübsches angezogen. damit sich die neuen eltern auch sofort in sie verlieben. wobei das eigentlich nicht nötig gewesen wäre, denn lilly war wirklich ein ausgesprochen hübsches kind.

dann war es soweit. eine sozialarbeiterin vom jugendamt kam auf die station. der oberarzt, unsere psychologin und ich begrüßten sie. dann wurde kurz das vorgehen besprochen. also zuerst das kind ansehen gehn, dann rüber in den besprechungsraum, alles besprechen, dann nochmal zum kind, bei der pflege zusehen (anleiten durfte ich die eltern noch nicht, versicherungstechnische gründe, blablabla). danach würden sich eltern und sozialarbeiterin wieder verabschieden.

endlich die eltern reingeholt. sie waren total aufgeregt. wir haben sie begrüßt und sie gleich zu lilly geführt. sie lag friedlich schlafend in ihrem wärmebett und sah zuckersüß aus. die beiden waren sofort hin und weg. der neuen mama kamen die tränen. sofort begann sie lilly am kopf zu streicheln und mit ihr zu sprechen. auch der papa war gerührt, „guck mal schatz, die kleinen hände, oooooch ist die klein! sieh mal da, sie hat geblinzelt!“. die entscheidung, dass sie die kleine nehmen würden, war im ersten moment schon gefallen.

ich glaub, das war eine der schönsten momente, die ich in meinem beruf je erlebt hab. ganz ehrlich. den monitor, die sauerstoffbrille, die magensonde, das wärmebett, die alarme rundherum, alles haben die beiden ausgeblendet. sie hatten nur augen für lilly. ihre lilly.*schluchz* könnte schon wieder flennen wenn ich dran denk…

nach der ersten begrüßung sind wir dann ins besprechungszimmer. dort wurden erstmal taschentücher verteilt und tränen getrocknet. danach gabs vom oberarzt medizinische infos zu geburt, verlauf und momentanen status. die eltern hatten sich auch ein paar fragen aufgeschrieben, die genau beantwortet wurden. die wichtigste frage war die letzte: „dürfen wir heute schon fotos von lilly machen?“   😀

danach sind wir wieder zu lilly, ich habe sie gewickelt und gefüttert und dabei schon das wichtigste erklärt. aber wirklich zugehört haben mir die eltern glaub ich nicht. sie waren immer noch auf wolke 7, haben fotos gemacht und jede kleinigkeit an ihr bewundert. nicht mal gelegentliche monitoralarme beim trinken haben sie gestört.

der krönende abschluss war das erste familienfoto mit mama, papa und lilly in mamas armen. ♥

suchbegriffe 4

17. Dezember 2010

sehr weihnachtlich sind sie nicht… aber naja. 😉

kinderkrankenschwester kind beruhigen – ja, auch das gehört dazu

zentralmonitor – tolle sache!

eltern blogs für frühchen – hihi, stell ich mir super vor… „boah ey, meine mama hatte heute beim wickeln mal wieder total kalte hände! ich hab natürlich gleich mal mit nem sättigungsabfall reagiert – ich mein, alles muss ich mir wohl nicht gefallen lassen, oder?!?“

hatte in der nacht dreimal durchfall – aha. bei mir wars heut eher etwas fester.

pflegekinder von drogenabhängigen – hut ab vor pflegeeltern!!

kombi gedicht weihnachten ostern – ähm… wozu??

erfindung känguruhen – kolumbien in den 80er jahren. es waren zu wenig inkus vorhanden, also hat man die frühchen den müttern einfach umgeschnallt.

verzichten aufs elternrecht frühgeborene – ja das gibts. kann ich euch mal eine geschichte dazu erzählen

aussehen neugeborenes drogenabhängigkeit mutter – tatsächlich haben entzugskinder oft ein ähnliches aussehen… ist uns in den letzten jahren immer wieder aufgefallen

ich bin kinderkrankenschwester und mir blutet das herz wen ich kinder sterben sehe – na zum glück. sonst wärst du wohl nicht für diesen job geeignet

frühgeburt 31 ssw – gehört bei uns dann wohl eher schon zu den großen

stillen nach dem kaiserschnitt wenn baby sauerstoff benötigt – na sicher, wieso nicht?

frühgeburt nach 2 monaten sauerstoffbrille wieder tubus – ja das kommt vor

darf ich mich röntgen lassen wenn ich stille 2010 – ja, wenn du das kind draußen lässt

wie viwel kinder sterben an der op beim herzfehler – das kommt auf den herzfehler an

wann magensonde entfernen bei frühchen – wenn es selbstständig seine menge trinken kann

frühchen känguruhen – gute sache

dürfen großeltern zum inkubator des enkels – bei uns schon, ja

blog kinderkrankenschwester – hier bist du richtig! gibts eigentlich noch welche außer mir? muss ich wohl mal googeln

zugang legen bei baby – funktioniert genauso wie beim erwachsenen

frühchen bebeuteln – siehe oben (nur bitte kleineren ambu nehmen, wenn möglich)

frühchen vergisst beim trinken zu atmen – keine sorge, das wird schon noch

schnelles abstillen weil kind in pflegefamilie kommt – ist sinnvoll

warum ich die arbeit mit frühgeborenen mag – haaaach, darüber könnte ich ein buch schreiben 🙂

studententag – bericht

7. Dezember 2010

anfang november war studententag. bin euch noch den bericht schuldig!

um 9 uhr kommt der studententrupp mit einem oberarzt des hauses zu uns. nach einer kurzen erklärung der station und krankheitsbilder schleppt er seine schäfchen einmal quer durch die station. und so schnell, wie sie gekommen sind, waren sie auch wieder weg.

später kommen 3 studentinnen an die station. sie stellen sich artig vor. danach teilen wir uns die studentinnen auf. meine heißt susi.

ich gehe mit ihr erstmal zum patienten, den unser oberarzt bei der vormittagsvisite für studententauglich befunden hat. der kleine ist ein 2 wochen altes frühchen mit knappen 1000g, liegt im inku, ist an der sauerstoffbrille mit minimalem sauerstoffbedarf halbwegs stabil. ich stelle ihr das kind vor, erzähle vom grund der frühgeburt, der postnatalen adaption, seinem bisherigen verlauf. susi stellt sogar die ein oder andere intelligente frage, sagt sofort, wenn sie etwas nicht versteht. ich bin begeistert. 🙂

um 11 uhr gehts auch schon los mit der pflegerunde. auf dem programm stehen: wickeln, mundpflege, nasenpflege, eincremen, zugang begutachten, trinkversuch, lagerung, medikamente verabreichen, sondieren. und währenddessen das kind immer gut beobachten. susi hat das alles noch nie gemacht, deshalb erkläre ich viel. sie stellt sich aber ziemlich geschickt an. der kleine bleibt während der pflege auch schön stabil. nur beim trinken hat er eine tiefe apnoe, weshalb ich den trinkversuch dann auch recht bald beende. nachdem wir mit allem fertig sind hört susi nochmal schnell aufs herz, die lunge und den darm. danach noch dokumentieren. dabei sprechen wir nochmal alles durch. nach 45 minuten sind wir fertig.

danach schicken wir unsere studentinnen mittagessen.

die 14 uhr pflege übernimmt die mutter unseres kleinen patienten. ich helfe ihr dabei, susi sieht zu. danach legen wir den jungen der mama zum kuscheln auf die brust und ziehen uns wieder zurück.

gemeinsam mit meinen kolleginnen bereiten wir unsere studentinnen auf die nachmittagsvisite vor. wir gehen nochmal alles durch, besprechen offene fragen.

um 15 uhr kommt unser oberarzt zus visite. wir besprechen zunächst kurz die anderen kinder. dann kommen die studenten-patienten dran. das dauert etwas länger. der oberarzt stellt den studentinnen fachliche fragen, erklärt dies und das. alles läuft ganz entspannt ab.

danach findet noch eine kurze feedack-runde statt. und schon verabschieden sich die studentinnen wieder.

alle jahre wieder

3. Dezember 2010

… kommt nicht nur das christkind!

auch einige eltern kommen uns jedes jahr wieder besuchen. manche auch öfter. ist ja auch verständlich, immerhin war die station für viele wochen, manchmal monate, sowas wie ein zweites zuhause für sie. wir freuen uns natürlich über jeden besuch. es zeigt uns, dass sich die eltern bei uns wohl gefühlt haben. und das trotz der schweren zeit, die sie durchleben mussten.

wie stark eltern sich noch jahre nach einer frühgeburt zu uns (als station) hingezogen fühlen ist wirklich erstaunlich. es gibt da eine mutter, die wirklich jedes jahr vor weihnachten zu besuch kommt. und der sohnemann muss natürlich immer mit. er wird diesen monat 13 jahre alt. jahaaa… richtig gelesen. DREIZEHN. so lange ist es her, dass dieses kind hier aufgenommen war.

etwas peinlich ist, dass sich niemand an diese familie erinnern kann. ich sowieso nicht, so lange arbeite ich ja noch nicht. aber auch die älteren kolleginnen können weder mit dem aussehen der mutter, noch mit dem namen was anfangen. ist eigentlich auch kein wunder, denn der junge war nur knapp 2 wochen hier. er war eine 33. woche ohne irgendwelche probleme. solche kinder haben wir hier ständig.

dennoch kommt sie jedes jahr mit ihrem sohn zu besuch, genau an seinem geburtstag. sie bringt immer selbstgemachte weihnachtskekse mit, wir laden sie auf einen kaffee ein (wenn grad zeit ist), sie erzählt uns alles aus dem leben des jungen (der gelangweilt mit seinem handy/gameboy spielt) und nachdem sie sich nochmal für alles bedankt hat, geht sie wieder.

es ist für sie zu einem ritual geworden. und für uns eigentlich auch. das hat doch was traurig-romantisches, oder? die mutter, an die sich niemand erinnern kann (was sie natürlich nicht weiß), die aber die älteren schwestern noch beim namen kennt, die noch genau weiß auf welcher position ihr kleiner damals gelegen ist und der die kurze zeit hier so viel bedeutet hat, dass sie unendlich dankbar ist.

ps: ich habe nicht darauf vergessen, dass ihr die namenskarten sehen wollt. bin nur noch nicht dazu gekommen.  🙂