ein ganz normaler tag, teil 1

es ist montag und ich habe tagdienst.

6:45 uhr: ich betrete die station und gehe mich erstmal umziehen. in der gardarobe hülle ich mich in zeitlose, blaue bereichskleidung. danach gehts in die küche. ich brauch jetzt ein frühstück. während ich mir mein brötchen schmiere werfe ich einen blick auf den zentralmonitor. zwei oder drei kinder sind neu, aber viel hat sich seit meinem letzten dienst nicht getan. wir setzen uns alle an den tisch und reden über dies und das.

7:00 uhr: dienstübergabe. zunächst kurzübergabe in der küche, alle kinder werden kurz angerissen, die neuen vorgestellt. dann teilen wir uns die kinder auf. die kinder, die ich heute betreue sind:

tobias, den kennt ihr ja schon aus meinem nachtdienst. es geht ihm bestens, er isst wieder brav und verträgt das essen problemlos. er hat regelmäßig spontan stuhl, seine op-wunde ist gut geheilt. er soll heute nach hause gehen.

marco, ein richtiges 0815-frühchen aus der 30. schwangerschatswoche. er ist schon 3 wochen alt, ist voll enteral ernährt (halt also keine infusionen mehr), hat aber noch so seine schwierigkeiten mit dem trinken. er schafft etwa die hälfte seiner mahlzeit und muss dann über seine magensonde nachsondiert werden. beim trinken hat er ab und zu apnoen, sonst nur vereinzelte sättigungsabfälle von denen er sich meistens selbst erholt. er scheidet ausreichend harn und stuhl aus. seine eltern sind schon gut in die pflege integriert, wickeln und füttern ihn ohne hilfe, wissen auch wie sie bei monitoralarmen reagieren müssen. marco wird heute gebadet, das will seine mama übernehmen. sie kommt zur pflege um 14 uhr.

toni, auch ein 0815-frühchen. ehemalige 26. woche, 5 wochen alt. ist seit 2 wochen an der sauerstoffbrille, braucht normalerweise um die 25% O2. hat sich in der nacht aber respiratorisch verschlechtert, leichte einziehungen und gehäufte apnoen geboten. deshalb hat er einmal zusätzlich coffein erhalten, danach gings besser. aber er braucht jetzt 32% O2. sollte der sauerstoffbedarf weiter steigen muss er wieder an den infant flow. der bauch ist ziemlich gebläht, aber weich. mit den ausscheidungen hat er keine probleme. er war eigentlich schon voll enteral ernährt, aber wegen der resp. verschlechterung wurde er in der nacht von der ernährung zurückgenommen und hat jetzt wieder eine infusion laufen.

anni, ein 2 tage altes reifes neugeborenes mit guten 3 kilo, das gestern aus dem kinderzimmer der wöchnerinnenstation aufgenommen wurde. anni war mit trinkzyanosen aufgefallen, sie ist also beim trinken blau geworden. der herzultraschall zeigte einen herzfehler, eine pulmonalstenose. ihre sauerstoffsättigung ist konstant um die 83% in ruhe. beim trinken und weinen hat sie teilweise tiefe sättigungsabfälle bis unter 60%. die herzfrequenz ist normal. sie soll so bald wie möglich mittels herzkatheter operiert werden. so bald wie möglich heißt spätestens morgen. die ärzte werden aber versuchen noch für heute einen termin zu bekommen. postoperativ wird sie für einige tage auf die intensiv verlegt. annis mama ist sehr besorgt. ein gespräch mit unserer psychologin sowie ein ausführliches arztgespräch mit einem kinderkardiologen ist für heute 9 uhr geplant.

hier gehts weiter zu teil 2

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8 Antworten to “ein ganz normaler tag, teil 1”

  1. Nina Says:

    Au wei, arme Mama von Anni! Meine erste Tochter hatte auch eine Pulmonalstenose, allerdings ohne Begleiterscheinungen. Es war eine Unreife, die sich auswuchs, genauso wie der VSD bei meinem Sohn…

    Wie geht es ihr denn?

  2. Mokind Says:

    Ich bin auch ganz kribbelig! Wie gehts denn weiter????????? *zappelmit*

  3. Momoko Says:

    Piep^^
    http://dailymedical.wordpress.com/2010/11/10/award/

  4. Marianka Says:

    Moin,

    Ich habe ihren Blog erst vor einigen tagen entdeckt und mich mal ein wenig eingelsen, es weckt bei mir traurige Erinnerungen, meine Lylli kam damals in der 26 SsW und hatte einige Darmbrobleme.

    ich kann nur sagen,- leider ist sie damals in flensburg in der Diako geboren, ich wünschte es wäre eine andere Klinik gewesen, na ja.

    Ich finde es toll wie sie hier schreiben und man kann herrauslesen wie sehr sie ihre Arbeit mögen/ lieben.

    Vielen dank für das was ihr tut.

    lg MArianka von der Insel Föhr

  5. MiA Says:

    Liebe Neonatalie,

    ich lese deinen Blog immer sehr gerne und da ich das tue, habe ich dir einen Award verliehen. Ich würde mich sehr freuen, wenn du ihn annimmst. Du kannst ja mal auf meinem Blog vorbeischauen 😉

    http://mama-in-ausbildung.blogspot.com/2010/11/award.html

    Liebe Grüsse,

    MiA

  6. cassa Says:

    Hach, irgendwie komm ich da ins grübeln, ob ich nicht den falschen Beruf ergriffen hab… ;o) Klingt alles seeehr nach „mein Job macht mir Spaß“!

  7. mia Says:

    ja, geht mir auch so. erster Blick am Morgen und letzter am Abend mal schnell hierdraufhuschen (und nebenbei noch die Heldin im Chaos besuchen) ich kenns ja nur von der Mama- und Tantenseite. und obwohl man die Kinder nicht kennt, fiebert man mit, obs allen gut geht, und ist erleichtert, wenn dem so ist. du und deine Kolleginnen leisten so tolle Arbeit!

  8. svuechiatrie Says:

    Ist ja schlimmer als im Fernsehen… „Fortsetzung folgt…. zügeln sie ihre Neugierde… bis… ja… bis wann denn?“ *zappel* 😀

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