studententag

in unregelmäßigen abständen gibt es bei uns sogenannte studententage. also wir nennen sie so, wie die offiziell heißen weiß ich nicht. jedenfalls, an diesen tagen läuft ein oberarzt, mit einem haufen medizinstudenten im schlepptau, einmal durch die ganze klinik und zeigt ihnen alle kinderstationen, die unser haus zu bieten hat.

danach werden die studenten im haus aufgeteilt und dürfen ein paar stunden am stationsalltag teilnehmen. und weil sie ja auch was lernen sollen, sollen sie so viel patientenkontakt wie möglich haben. tja… und wer verbringt wohl mehr zeit mit den patienten? die schwester oder der arzt? und wer darf deshalb die studenten betreuen? richtig.

naja, eigentlich stört es mich eh nicht so, ich arbeite gerne mit schülern und studenten. aber mühsam ist es manchmal trotzdem. ich bin ehrlich gesagt auch nicht sicher, ob es den studenten viel bringt. im prinzip ist es für sie wie ein eintägiges pflegepraktikum. nur, dass sie halt bei der visite von den ärzten noch mit fachlichen fragen gelöchert werden. und eine routineuntersuchung eines kindes machen müssen.

so läuft das ganze ab: nachdem der hausrundgang beendet ist, kommen die studenten an die station. wir teilen sie untereinander auf, und teilen jedem ein kind zu, über das wir sie dann genau informieren.

danach führen die studenten unter anleitung eine pflegerunde durch und statuieren das kind. also sie untersuchen es, hören lunge und herz ab, prüfen reflexe, tasten den bauch ab usw.  später bereiten sie sich (vor allem seelisch) auf die visite vor. die visite dauert dann eine gefühlte ewigkeit, meist werden alle kinder genauestens durchbesprochen.

dann gibts noch eine kurze feedback-runde mit studenten, ärzten und einer schwester. und das wars. eigentlich halb so wild. aber es dauert halt alles länger.

so, warum erzähle ich euch das? heute haben wir erfahren, dass anfang november wiedermal ein studententag stattfinden wird. und wer hat genau an diesem tag dienst? ich natürlich! ich werde berichten…

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5 Antworten to “studententag”

  1. hawethie Says:

    Hallo,
    ich kenn das von einer anderen Kinderklinik, wo einmal im Monat der Prof. mit einer Handvoll Studenten ins Behandlungszimmer ging und sich ein Kind bringen ließ (wenn sie da war, war das meine Tochter als Muster). Dann durften alle das Kind befragen, abhorchen, untersuchen und eine Diagnose stellen – sehr schwer auf der Onkologie 😉
    Aber was macht ein Kind nicht alles für Spielzeug und Gummibärchen (was auf deiner Abteilung wahrscheinlich nicht geht )

  2. Kat Says:

    Wieso laufen bei Visiten die Schwestern eigentlich mit? Ich hatte (als Patientin) immer das Gefühl das die auch lieber was anderes machen würden, als stundenlang dem OA zu erklären: Hinter der Tür 3 liegt Frau XY (am Fenster) und die hat blahblahblaaah…. XD

    • neonatalie Says:

      da hast du dir die frage wohl schon selbst beantwortet. woher soll der arzt denn wissen, welcher patient welcher ist?? er hat doch nix mit denen zu tun :b (jetzt werd ich sicher gesteinigt)

      ne, aber im ernst: wir müssen wissen, was die ärzte zu den patienten (bzw in meinem fall deren eltern) sagen. außerdem wird bei der visite einfach alles besprochen, wir schwestern berichten wie es dem patienten geht, was für probleme und/oder fortschritte es gibt usw. dementsprechend verändern die ärzte dann therapien (oder auch nicht) und planen das weitere procedere.

  3. Avialle Says:

    Ich finde schon, dass es etwas bringt – natürlich nicht um euch unterstützen zu können, aber allein mitzunehmen, dass ihr als Schwestern einen extrem wichtigen Beiträg leistet, gerade in der Intensivmedizin und generell der Kinderheilkunde. Einblicke in Abläufe, Respekt vor der Pflege und eine Neo-ITs wenigstens mal „gesehen“ zu haben, ist sehr viel besser als gar nichts. Bei uns gibt´s keine Oberärzte, die dich mitnehmen. Nur einen Zettel, wann man auf welcher Station zu erscheinen hat. Dort sucht man sich einen Assistenten oder auch nicht. Der hat Zeit oder auch nicht. Alles sehr unstrukturiert und daher muss man schon Glück haben, oft auch etwas zu lernen.

  4. Solveig Says:

    ich bin einer der studenten, die in schöner regelmäßigkeit über verschiedene stationen gezogen wird- nur sind wir immer ne ganze woche dort.. trotzdem viel zu kurz, um wirklich viel mitnehmen zu können! umso dankbarer bin ich jedes mal, wenn es dort geduldige schwestern gibt, die einem erklären, zeigen, helfen.. danke!

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