manfred und seine schwierigen eltern

nach über einer woche muss ich auch mal wieder ein lebenszeichen von mir geben. also: ich lebe noch ;)  und bin fleißig am arbeiten und geschichten sammeln – echt ein wahnsinn was sich bei uns momentan so abspielt. nicht wegen den kindern, die sind eigentlich alle recht brav. aber die eltern… eigentlich mag ich das arbeiten mit den eltern ja total gerne. aber manche machens einem echt schwer.

zum beispiel die eltern des kleinen manfred. manfred wurde in der 33. woche geboren und war von anfang an realtiv problemlos. bis auf sättigungsabfälle beim trinken und eine kleine infektion hatte er eigentlich nichts. er hat sich bestens entwickelt, ist ein hübscher und braver kleiner kerl geworden. die eltern, die schon eine 6jährige tochter haben, waren von anfang an „schwierig“. hier ein kleiner auszug:

manfred braucht einen venösen zugang – die mutter bricht in tränen aus. (gut, kann man ja noch verstehen, dass das für eine laien-mutter ein tragischer anblick ist)

manfred hat einen sättigungsabfall – die mutter bricht in panik aus und möchte, dass wir ihr kind beatmen. (auch ok, die mutter kann sie situation nicht so gut einschätzen)

manfred übersiedelt vom wärmebett ins normale kinderbett – die mutter bekommt einen hysterischen anfall, weil ihr SOHN eine ROSA decke bekommen hat. (eine freundliche frage um eine neue decke hätte es auch getan)

manfred trinkt alle seine mahlzeiten selbst, die magensonde wird entfernt – die eltern sind darüber nicht glücklich. (das hab ich ehrlich gesagt noch nie erlebt!)

manfred ist temperaturstabil, weshalb wir ihm die hauttemperatursonde entfernen – mutter greift  4-minütlich ins bett, um zu sehen ob ihm eh nicht kalt ist. (und weckt ihn damit jedes mal auf)

manfred ist so stabil, dass wir ihm die herzfrequenz-elektroden entfernen und ihn nur mehr über die sättigung überwachen – mutter nimmt dies wortlos hin, geht raus, telefoniert (offensichtlich) mit dem vater. 2 minuten später ruft der vater auf der station an und meint, damit sei er nicht einverstanden. (warum auch immer)

manfred soll bald entlassen werden, deshalb findet ein entlassungsgespräch mit den eltern statt – die eltern verpassen den ersten termin, sagen ihn vorher nicht ab. zum zweiten termin erscheinen sie und verlangen, dass manfred mit heimmonitor und magensonde entlassen wird. (manfred ist völlig stabil, mittlerweile auch beim trinken, und hat seit 2 wochen keine magensonde mehr – wird also abgelehnt)

vor manfreds entlassung müssen die eltern einen erste hilfe kurs für säuglinge besuchen (ist standard bei uns) – die eltern erscheinen 2mal nicht zu ihrem termin. (sagen vorher natürlich auch nicht ab)

lustig, oder? der kleine hätte anfang dieser woche entlassen werden sollen. wegen des fehlenden erste hilfe kurses war das nicht möglich. der nächste termin wäre nächste woche. nun wurden leider die neo-betten in unserem haus knapp, da gestern gleich 3 kinder in der 23. bzw. 24. woche geboren wurden, und 2 weitere frühgeborene in den nächsten tagen kommen werden, welche beide auf grund von  fehlbildungen (1mal herz, 1mal nieren) sicher ein intensivbett brauchen werden.

was macht eine station in so einem fall? ausmisten. also alles, was auch wo anders gut aufgehoben ist, wird transferiert. und da manfred im grunde ein völlig gesundes kind ist, steht er ganz oben auf der liste. leider waren bei uns im haus auf den anderen kinderstationen keine betten frei. deshalb musste er in ein anderes haus.

als die ärzte der mutter das mitgeteilt haben, war sie natürlich gar nicht glücklich. mit tränen in den augen fragt sie, ob wir manfred nicht nach hause entlassen könnten. können wir nicht, sie hat ja 2mal den termin für den kurs verpasst. kein kurs, keine entlassung – sorry.

„wenn ich das gewusst hätte, dann wären wir doch zum kurs gegangen…“

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32 Antworten to “manfred und seine schwierigen eltern”

  1. Kinderkrankenschwester Says:

    Es ist völlig klar, dass Eltern in einer so angespannten Situation sehr emotional reagieren und Veränderungen in den medizinischen
    Anbelangen manchmal nicht nachvollziehen können.

    Deshalb braucht es sehr gut geschultes Personal, welches weiß, wann, was, wie verändert werden darf und muss, um die Entwicklung des Kindes bestmöglich zu fördern. Wenn sich bei einem Kind der Schluckreflex entwickelt hat, ist es wichtig, dass es auch schlucken muss, ansonsten verlernt es diesen Reflex wieder..
    Auch wenn die Eltern das nicht verstehen, muss die Magensonde
    entfernt werden. Und wenn ein erste Hilfe Kurs nötig ist, muss dieser besucht werden.

    Der Zustand des Kindes und das Wissen, welches benötigt wird, um ein kleines Kind nach Hause nehmen zu dürfen, kann vom Personal besser eingeschätzt werden als von den Eltern. Das Personal hat umfassende Ausbildungen und Erfahrung, und arbeitet ausserdem im Team. Da wird das Wissen und Können von vielen Menschenjahren zusammengetragen und das bestmögliche ausgewählt.
    Was Margit sagt, ist absolut professionell und richtig.
    Mit freundlichen Grüssen,
    Kinderkrankenschwester

  2. Margit Says:

    Sie sind hoffentlich nicht noch stolz auf solche menschenverachtenden Beiträge. Wie kann man Eltern ein Kind „entziehen“ nur weil ein erste Hilfekurs nicht kurzerhand angesetzt werden kann bzw hemdsmärmelig zwischen der Zeit gehalten werden kann? Sind Sie schon einmal davon ausgegangen, dass diese Eltern für Ihren Kleinen aus Ihrer Sicht kämpfen wie die Löwen und mglw die Betreueung auf der Neonatologie noch dringend für geboten halten? Was auch immer die Beweggründe waren, ist nicht gerechtfertigt diese Menschen am langen Arm verhungern zu lassen und dies der Welt mit dem moralischen Zeigefinger kundzutun.
    MAchen Sie die 1. Hilfe Einweisung und geben Sie den Eltern ihr Kind.

    • Arzt4Empfaenger Says:

      Liebe Margit, wer einem empathischen Menschen wie Neonatalie menschenverachtende „Berichterstattung“ vorwirft, hat irgendetwas Grundsätzliches nicht verstanden.
      Wie dem auch sei, gerade die neonatologische Station hat *wirklich* kranke Patienten. Kinder, die oft über längere Zeiträume hinweg immer wieder auf dem Grat zwischen dem gerade begonnen Leben draußen und dem Tod wandeln. Das Personal ist nicht dafür da, Extrawürste zu braten, auch wenn es aus Flexibilität und Nettigkeit gerade das immer wieder mal macht. Natürlich sind gerade die Eltern eines Neo-bedürftigen Kindes wahnsinnig angespannt und belastet. Dennoch gibt es Prioritäten. Eltern, die kurz vor der Entlassung und bei stabilem Kind ohne abzusagen mehrere Termine nicht wahrnehmen, haben keine Priorität vor Eltern, deren Kind gerade noch zwischen Leben und Tod schwankt. Tut mir leid, aber EH-Kurse brauchen auch einen Kursleiter. Dieser braucht Zeit und will bezahlt werden. Sie erwarten doch nicht allen Ernstes, daß eine ausgelastete Fachkraft „Ihre“ kranken Kinder vernachlässigt, um mal eben einen zeitaufwendigen Extrakurs zu geben?

      Im Übrigen fällt auf, daß Ihr Kommentar derjenige Text mit dem wedelnden moralischen Zeigefinger ist. Der Beitrag oben ist eine Schilderung, aus der ich überwiegend Bedauern herauslese… denn alle auf Station hätten es bestimmt am liebsten gesehen, wenn der kleine Mann zum richtigen Zeitpunkt nach Hause zu seinen Eltern entlassen worden wäre.

      • Margit Says:

        Ich gebe Ihnen Recht und entschuldige mich für diese Formulierung.

        Möglicherweise schlagen da einfach die Emotionen in mir zu hoch, wenn ich mir den Moment vorstelle, als ich meine Minis mit nach Hause nehmen durfte, (Der Erste Hilfe Kurs war damals eine 20 minütige intensive Einweisung mit praktischen Übrungen, deren Theorie wir uns aus Eigeninteresse bereits vorher angeeignet hatten)

      • Arzt4Empfaenger Says:

        @Margit, danke. Das ist ja auch eine hochemotionale Situation für Eltern – Krankheit des Kindes und damit verbundener Krankenhausaufenthalte gleich zu Beginn – und wenn Sie selbst bereits ähnliche Erfahrungen mit Ihren Kindern gemacht haben, umso mehr… Ihr Standpunkt ist gut nachvollziehbar, keine Frage, und jeder, der schon einmal ein krankes Kind hatte, wird das verstehen.

        Es ist nur manchmal schwer, alles unter einen Hut zu bringen und da sind einfach Grenzen, wann Organisation und Bürokratie spontan erleichtert werden können. Ich gehe davon aus, daß Manfred es inzwischen schon lange zu seinen Eltern geschafft hat, und hoffentlich das Ganze inzwischen nur noch eine aufregende Erinnerung für alle Beteiligten ist. Was den Kurs angeht, da waren Sie ja vorbildlich, manchen Menschen fällt es schwer, sich mit solchen Themen auch nur theoretisch zu beschäftigen… wenn dann noch die Angst ums eigene Kind mit hineinspielt, scheut man die Konfrontation vielleicht eher und schiebt so einen Kurs vor sich her, obwohl es eigentlich paradox ist. Aber das ist auch menschlich.

  3. aleXXblume Says:

    Liebe Natalie, meine Tochter (9 Wochen) verschluckt sich leider auch oft (meine Milch spritzt so stark😦 ) und ringt dann nach Atem. Oft Sekundenlang… Sie verkrampft sich richtig und atmet dann meistens gegen diese Verkrampfung so „quietschend“ wieder ein. Dann geht es wieder.
    Kann man denn dagegen was unternehmen? Ich dachte immer, das gibt sich schon….

  4. Frau Neumalklug Says:

    Um mal meinen Physiotherapeuten zu zitieren, als er ins Nebenzimmer zur Zweitdiagnose bei einem vier Monate alten Baby mit zu hohem Tonus gerufen wurde…
    Kollegin: „Und? Was denkst du?“
    Er: „Ist zu spät, dem Kind wäre nur zu helfen gewesen, hätte man es gleich nach der Geburt zur Adoption freigegeben. Bei der Mutter ist, was auch immer du zu tun gedenkst, verschenkte Zeit.“

    Überforderte Mütter sind meine Lieblingslästergruppe, gleich neben den Hypermutties, die immer alles richtig machen!

    Und erste Hilfe Kurse sind generell immer sinnvoll. Auch sie aufzufrischen. Wenn man als Laie mal jemanden reanimieren musste, weiß man wie wertvoll es ist derartiges zu „können“.

  5. claudia Says:

    meine Kleine ist viel zu früh geboren worden SSW 27+5 glaub ich.. mit 926 gr… es war schwer, Magensonde und alles was dazugehört.. die Kleine sah mehr wie ein Vögelchen aus, denn wie ein Baby…
    sie hatte nen offenen Ductus und einiges an Probs, das Früchcheneltern echt nicht neu sein wird…
    ich glaub, ich hab mich soweit gut gehalten… hätte absicherungshalber auch gerne einen Heimmonitor mit gehabt, allerdings ohne Magensonde und als sie in das normale Bett kam, war es auch ein sonderbares Gefühl…

    Einen Heulanfall bekam ich, als mir die Ärzte mitteillten, daß sie ne Neugeborenengelbsucht hatte, das klang so schlimm… wie nur was…

    mittlerweile ist sie fast 6 Jahre alt und ist quietschlebendig, gesund und noch leicht entwicklungsverzögert.

  6. arzt4empfaenger Says:

    Meine Fresse, da klingt aber jemand überfordert. Dabei haben die Eltern doch schon Erfahrungen mit dem ersten Kind…? Ich kann mir nur vorstellen, daß sie sich immer noch unsicher sind wegen des Geburtstermines, aber nun… haben die letzten Wochen nicht bewiesen, daß der Kleine fit und bereit ist? Dieses nicht-absagen ist übrigens rücksichtslos und nicht gerade ein Zeichen von Reife – man stelle sich mal vor, es würde umgekehrt der Kurs angeboten und der Kursleiter kommt nicht. Was dnn los wäre, kann man sich ja vorstellen.

    Ich hoffe die Eltern bekommen die Kurve und Manfred findet endlich seinen Weg nach Hause, wo er gut „ankommen“ kann.

    • arzt4empfaenger Says:

      Das mit den EH-Kursen finde ich übrigens super! Ich habe selbst schon LSM-Kurse für Führerscheinanwärter gegeben und es gab immer wieder Jugendliche, die nach Kindern gefragt haben. Es gibt doch nichts Schlimmeres als die Situation, daß Eltern sich nicht zu helfen wissen, weil sie nicht wissen, wie sie im Notfall reagieren sollen! Da würde ich mir dann ewig Vorwürfe machen.

      (Nur grenzwertig zum Thema passend erinnert mich das aber auch an diesen Fall in Amiland, wo eine 14- und zwei Elfjährige nach YouTube-Videos eine andere Vierzehnjährige alleine entbunden haben, aber das Kind leider verstorben, vermutlich erstickt ist. Da fehlte bei aller Vorbereitung noch der Säuglings-Rea-YouTube-Kurs. Ein Graus.😦 )

  7. Wolfram Says:

    Ich hab den Eindruck, diese Eltern brauchen ein bißchen Hilfe. Und zwar nicht von einem Apparat…

  8. Mr. Gaunt Says:

    Hut ab, dass ihr dabei konsequent bleibt. Solange das freundlich aber bestimmt passiert, ist das IMHO absolut in Ordnung. Es gibt sicher auch Fälle, wo die Magensonde doch drin gelassen wird, damit die Eltern nicht nerven.
    Ängste bei den Eltern sind zwar verständlich, aber wer zum einen quengelt, wenn nicht mehr notwendige Maßnahmen abgestellt werden und parallel sich einen feuchten Kehricht um den Erste-Hilfe-Kurs schert, dem gehört sanft auf die Finger geklopft.

  9. mia Says:

    meine Kinder sind nun fast 5 und 2 Jahre alt, waren beide übertragen und sind kerngesund. Als meine Kleine ein halbes Jahr alt war, hab ich so nen erste-Hilfe-Kurs für Säuglinge und Kleinkinder gemacht- gut, ich hab meinem Trainingssäugling die Rippen bei der Beatmung gebrochen- aber trotzdem hat es mich sehr beruhigt, zu wissen, was ich im Notfall tun kann. als mein Sohn sich ein Jahr später ankündigte, hab ich den Kurs wiederholt. Jetzt mach ich den alle 2 Jahre, und finds richtig gut. und langsam brechen auch die Rippen nicht mehr ^^

    • neonatalie Says:

      schön, sowas zu lesen! ich hoffe du steckst viele eltern (und auch alle anderen) damit an!

      btw, besser die rippen brechen, als ein kind kommt zu schaden, weil sich niemand traut notfallmaßnahmen einzuleiten.
      der trainer bei meinem 1. hilfe kurs für den führerschein hat damals sogar gesagt, bei einer ordentlichen (erwachsenen-) reanimation brechen mindestens 3 rippen😉

  10. stormwitch Says:

    Mag an meiner momentanen Stimmung liegen, aber bei dem „ohne Kurs keine Entlassung“ stellen sich mir die Nackenhaare hoch. Ich mein: Den netten Intensiv-Schwestern hätte ich da keinen Strick draus gedreht. Aber wenn mir Oberschwester Ulla von der Normalstation (Frau „Sie-legen-ihr-Kind-gefälligst-nicht-an“…) sowas an den Kopf geschmissen hätte, hätte ich den hauseigenen Kurs schon fast aus Prinzip nicht besucht. Nicht, dass ich nicht das Beste für mein Kind wollte – aber ich hasse es, bevormundet und gezwungen zu werden.
    Mal abgesehen davon, dass auch ich die rechtliche Konstruktion, mit der das funktioniert, nicht so recht nachvollziehen kann.

    • tanteepa Says:

      Seh ich genauso – also das mit dem Kurs. Ansich ne gute Idee. Aber wenn ich mir vorstell ich hätte einen absolvieren müssen um mein Kind mit nach Hause zu bekommen, ich hätte das Krankenhaus verflucht und nie wieder freiwillig betreten.
      Mein Sohnemann kam auch nach der Geburt direkt auf die Säuglingsstation zur Überwachung wegen ein paar Nierenproblemen. Am 5. Tag durften wir beide aber dann auch endlich nach Hause, aber wenn ich mir vorstell, ich hätte in der Zeit noch so einen Kurs machen müssen… Da kann ich die Eltern schon verstehen, dass sie den erstmal ignorieren und vielleicht hoffen, dass sie ihren Manfred auch ohne Kurs mitbekommen.

      • Daniela Says:

        Ich denke aber mal es ist ein Unterschied, ob ein quasi reif geborenes Baby auf der Säuglingsstation (am 5ten Tag also eigentlich noch in der normalen Zeit) entlassen wird im Vergleich zu einem zu früh geborenen Jungen mit Anpassungsstörungen von der Neugeborenen-ITS (nach vermutlich 5-6 Wochen)
        Dein Kind hatte vermutlich auch kein erhöhtes Risiko für plötzlichen Kindstot.

        Mir scheint eher, die Eltern haben gehofft das Kind könnte noch eine Weile im Krankenhaus bleiben, dort ist es ja sicher. (Daher auch die Forderung nach Magensonde und Monitoring – wobei eigentlich gerade die Notwendigkeit von Monitoring erst recht Erste-Hilfe-Kurse erfordert. Was wollten die Eltern machen, wenn da ein Monitor warnt?)

    • zimtapfel Says:

      Etwas, das dem eigenen Kind im Ernstfall das Leben retten kann, verweigern, einfach nur aus Prinzip. weil jemand anders es einem gesagt hat? Doch ja, sehr erwachsene Einstellung, echt. Ich hoffe für deine Kinder, das sie niemals erste Hilfe brauchen.

      • Manül Says:

        Nun ja, willkommen in Deutschland! Das ist doch hier der Grundtenor bei sehr vielen mittlerweile. Regeln? Forderungen von anderen? Nicht mit mir. Ich mach was ich will!

  11. ichbinines Says:

    Ich krieg gerade echt zu viel von den Eltern vorallem von der Mutter. Großes Lob an dich und deine Kollegen, dass ihr da so ruhig bleiben konntet…

  12. Patrick Says:

    Die Forderung mit dem Kurs ist klasse. Völlig unverständlich wieso die den sausen lassen, aber Compliance scheint ja nicht die Spezialität von Manfreds Eltern zu sein… schade…

  13. Beccy Says:

    On man. Beim ersten Punkt hab ich schon etwas Schlucken müssen. Hab nämlich bei meiner Tochter als sie 3 Wochen alt war genauso reagiert. Besonders weil der Arzt am Kopf geguckt hatte, wo er denn den Zugang legen könnte. Wääääh das sieht aber auch echt fies aus, besonders wenn man das so nicht kennt.
    Also jabb, weinend ausm Zimmer gelaufen. *schäm* (Als ich wieder kam, hatte mein Mann sie aufn Arm und die Kleine den Zugang am Handrücken.)

    Aber sonst? Wow. Da kann einem Manfred echt leid tun.
    Mit dem erste Hilfe Kurs find ich total klasse! Das hätte ich sofort angenommen, ehrlich. *kopfschüttel*

    • neonatalie Says:

      neiiiin, das ist wirklich nix wofür man sich schämen muss! is wirklich völlig ok!! das ist sicher nicht schön mitanzusehen, wie das eigene kind weint, festgehalten wird, deshalb noch mehr weint, irgendwo herumgerückt und gepiekst wird – kann ich absolut nachvollziehen.

      aber manfreds mama war schon am weinen, als ihr gesagt wurde, das man einen zugang legen wird (obwohl sie vorher nie dabei war, sie also diesbezüglich keine schlechten erfahrungen bei uns gemacht hat)
      hab mich wohl nicht differenziert genug ausgedrückt – sorry🙂

  14. Heldin Im Chaos Says:

    was soll ich sagen – *Kopf->Tischkante*….

    • Squirrel Says:

      Ist neben dir noch Platz an der Tischkante?😉

      • Heldin Im Chaos Says:

        bitteschön *rüberrutsch*
        😉

        und ganz ehrlich – die ganzen kommentare a la „ich lass mich doch nicht bevormunden“ find ich total käse. es geht hier nicht um EUCH, es geht um EUER KIND! und wer schonmal einen echten notfall an einem FREMDEN ERWACHSENEN erlebt hat, der möchte sicherlich nicht austesten, wie sich solch eine geschichte am EIGENEN KIND anfühlt!!!

        ich bin arzt – ich nehme einmal pro jahr an einem erste hilfe kurs (für erwachsene UND kinder) teil. verpflichtend. ob ich will oder nicht. wie lange ist DEIN letzter erste hilfe kurs her, stormwitch? führerschein? oder hast du den nicht gemacht, weil man dich dazu gezwungen hat?

        sorry, aber DARÜBER könnte ich mich wirklich stundenlang aufregen…

      • Hermione Says:

        Ich möchte diese Tischkante auch gern mitbenutzen… Unglaublich.

  15. neklaf Says:

    auch wenn ich das prinzip mit euren erste hilfe kursen sehr gut finde, mit welcher rechtlichen begründung behaltet ihr ein gesundes kind bei euch? D:

    • neonatalie Says:

      frühgeborene haben ein erhöhtes SIDS-risiko (= plötzlicher kindestod). deshalb müss en alle unsere eltern vor der entlassung einen reanimationskurs besuchen. das ist die begründung.

      davon abgesehen kommt es durchaus auch vor, dass (wieder) gesunde kinder länger im krankenhaus bleiben, aus sozialarbeiterischen gründen. wenn kinder zb zu pflegeeltern kommen, dann werden diese von uns in die betreuung eingeschult. da sind die kids auch meistens schon „gesund“.

      • dingsbums Says:

        Sorry, aber das ist keine rechtliche Begruendung. Das ist eine Motivation (und in meinen Augen eine sehr gute), aber ein Kind gegen den Willen der Erziehungsberechtigten im KKH zu behalten, ist eine freiheitsentziehende Massnahme, und muss –wenn ihr eich nicht strafbar machen wollt– von einem Richter angeordnet sein.

      • neonatalie Says:

        liebe/r dingsbums,
        natürlich ist das keine rechtliche begründung. wie das rechtlich genau geregelt ist, weiß ich nicht. mag sein, dass das vorgehen der klinik in diesem fall auf rechlich dünnem eis steht. weiß ich auch nicht.
        allerdings muss man schon das große ganze sehen. es ist nicht so, dass wir den eltern sagen: morgen ist ihr SIDS-kurs, übermorgen die entlassung, wenn sie es nicht einrichten können bekommen sie ihr kind nicht.

        die kurs-termine sind den eltern mindestens eine woche vorher bekannt. wenn sie wissen, dass sie in diesem tag zu dieser zeit nicht kommen können, ist es kein problem den termin zu verschieben. wenn kurzfristig etwas dazwischen kommt, auch kein problem – ein anruf reicht. die eltern wissen auch, dass dieser kurs voraussetzung für eine entlassung ist.

        man darf nicht vergessen, dass es sich bei unseren patienten nicht um „normale“ neugeborene handelt, sondern um kinder, die einige probleme haben. manfred im speziellen. sein trinkverhalten ist/war katastrophal. er hat sich ständig verschluckt und brauchte stimulation, um nach dem verschlucken wieder mit der atmung einzusetzen. so ein kind nach hause zu entlassen, ohne die eltern vorher professionell zu schulen, ist fahrlässig.

        hätten wir dieses kind ohne kurs entlassen, und es wäre zu hause etwas passiert… wer wäre dann wohl daran schuld gewesen?

      • dingsbums Says:

        Lieber Natalie,
        das sollte kein Vorwurf sein (schon gar nicht an Dich), es interessiert mich nur. Ich finde so ein Angebot auch sehr sinnvoll (und wiederhole selbst meinen EH Kurs regelmäsig), habe aber von einer Pflicht, einen solchen Kurs zu besuchen, noch nie gehört. Deswegen war/bin ich neugierig.

        Und wer Schuld daran ist, wenn jemanden etwas passiert? Erfahungsgemäs natürlich _immer_ die Andern!

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