noch mehr zum wundern

seit fast einer woche weiß die mutter der zwillinge, dass sie heute entlassen werden sollen. genug zeit also, die letzten einkäufe zu erledigen und das zuhause auf die ankunft der neuen familienmitglieder vorzubereiten. sollte man meinen.

die alleinerziehende mutter hat auf mich eigentlich immer recht intelligent und strukturiert gewirkt. sie hatte kaum probleme damit, ihre zwillinge selbstständig zu versorgen. hat alles immer gut funktioniert.

gestern bin ich also mit der mutter nochmal alles durchgegangen. die medikamente, ernährung, körperpflege usw. sie kennt sich bestens aus, alles gut. doch dann stellt sich heraus, dass sie nur zwei fläschen besorgt hat. 2 stück. für 2 kinder, die beide ausschließlich mit der flasche gefüttert werden. hm. als ich ihr erkläre, dass das sicher zu wenig ist und sie unbedingt mehr braucht, ist sie erstaunt. aber sie sichert mir zu, morgen gleich in der früh noch welche zu kaufen. ok.

mich hat das etwas stutzig gemacht, deshalb hab ich sie gefragt, was sie denn noch so alles zu hause hat. sie zählt auf: windeln, feuchttücher, kleidung, kinderwagen, autositze, fläschchenwärmer, babybadewanne, wickeltisch, ach ja, die betten! die muss sie morgen dann am nach hause weg noch bei einem großen schwedischen möbelhaus kaufen gehn. nein, das ist kein problem, eine bekannte holt sie ja vom krankenhaus ab. mit der fährt sie dann direkt dort hin. mit den kindern. die hilft ihr dann auch beim aufbauen.

ganz tolle idee. seit wann weiß sie noch gleich, dass die kinder entlassen werden sollen?

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14 Antworten to “noch mehr zum wundern”

  1. zuckerzicke Says:

    Muss jetzt doch mal was schreiben:) Erst mal Danke für diese Seite. Ich finde es sehr interessant sowas zu lesen und hoffe, noch viel mehr zum lesen zu bekommen^^

    Also die Mutter ist… naja.. ich denke etwas konfus. Sie hatte auf der Station immer jemanden der ihr was abgenommen hat und nun ist sie selber verantwortlich. Da kann es dann ja mal vorkommen, das dass eine oder andere vergessen wird^^ allerdings.. Bettchen?? Ne, das sollte nicht passieren.

    Bin jetzt mit meinem 3. Kind schwanger in der 25. SSW und wir haben alles ausser das Bettchen, was aber nächsten Monat kommt, versprochen^^

  2. zimtapfel Says:

    Und seit wann weiß sie, das sie Kinder erwartet?🙄

    Ok, ich kenne auch so einen Aberglauben, es bringe Unglück, wenn das Kinderzimmer vor der Geburt schon komplett fertig sei. Aber selbst wenn, da würde ich dann doch eher den Windeleimer oder den Teddy oder das Nachtlicht erstmal „vergessen“. Und nicht das Bett, vor allem, wenn’s da zwei von braucht.

  3. HoldesWeib Says:

    Und sie lernt, wie schön einkaufen mit Babys ist, besonders wenn sie in der Kassenschlange Hunger bekommen… Puh, seeeeehr entspannt die Frau.

    Aber es ist nicht nur in anderen Kulturen so, dass man die Babysachen erst besorgt, wenn das Kind da ist. Hier bei uns auf dem platten Land war das bis vor einigen Jahren auch noch Usus. Selbst meine Mama war mittel entsetzt, dass wir den Kinderwagen schon drei Monate vorher bestellten…

  4. Wolfram Says:

    Leere Betten zuhause stehen haben kann ganz schön deprimieren.
    Aber ich seh das nicht so tragisch – zumindest wenn die Kinderwagen ordentliche Neugeborenen-Schalen haben, können die Kinder auch darin hervorragend schlafen.

    Wieso eigentlich sollen die Kinder mit der Flasche ernährt werden? Ist nicht für Frühchen die Muttermilch NOCH viel wichtiger als für alle anderen?

    • zimtapfel Says:

      Weil nicht jede Mutter stillt, entweder, weil sie es aus verschiedensten Gründen nicht kann oder weil sie es aus verschiedensten Gründen nicht möchte, möglicherweise?
      Diese Entscheidung darf ja glücklicherweise noch jede Mutter selbst treffen. Hoffe ich.

    • neonatalie Says:

      da kann ich der frau zimtapfel nur zustimmen. nicht alle mütter können, dürfen oder wollen stillen.

      außerdem gibt es ja auch die möglichkeit muttermilch mit der flasche zu füttern. das machen wir sogar sehr häufig. das trinken an der brust ist nämlich sehr anstrengend. und gerade frühgeborenen fehlt dafür oft die kraft.

  5. Miki Says:

    Vielleicht ist sie einfach nur unkompliziert und cool (sicher jünger?). Anstrengend finde ich die älteren werdenden oder gewordenen Mütter, wo alles perfekt sein muss einschl. Tapetenbordüre in der richtigen Farbe….

    • neonatalie Says:

      eigentlich ist sie mitte 30 und hat auf mich immer eher wie eine bordüren-perfektionistin gewirkt.

      ich denke, sie hat den stress, den man mit 2 säuglingen hat, einfach unterschätzt. vor allem, wenn man mit ihnen unterwegs ist.

  6. Katitrinchen Says:

    Ich nochmal… an dieser Stelle möchte ich gerne mal auf das Projekt „wellcome“ aufmerksam machen. Deutschlandweit engagieren sich Ehrenamtliche, um die Mutter/Eltern am Anfang zu entlasten… auch ich.

    Vielleicht gibt es bei Euch in der Stadt auch so etwas ?

    Viele Grüße,
    Katitrinchen

  7. 'ne mama Says:

    Es gibt Kulturen (z.B. orthodoxes Judentum), in denen es üblich ist, vor Geburt des Kindes gar nichts anzuschaffen – das wird dann im Eiltempo NACH der Geburt erledigt. Die Mechanismen, die solchen Sitten zugrundeliegen (vermutlich die Furcht, durch übereilte Vorbereitungen den Tod des Kindes heraufzubeschwören), sind sicher in irgendeiner Form in den meisten Menschen angelegt. Aber schon ein Zeichen dafür, dass die Mutter mit der Situation sehr herausgefordert ist. Hoffentlich bekommt sie Unterstützung in der ersten Zeit (Anfragen könnte man z.B. Krankenkasse, ob die für die erste Zeit eine Haushaltshilfe zahlen, oder Jugendamt wegen familienentlastendem Dienst? Oder Wohlfahrtsverbände?)

  8. Ellesmera Says:

    ääähm, ich hatte schon WOCHEN vor der dem ET alles fertig. Verdrängung, klar kann sein, aber als werdende oder frisch gebackene Mutter ist man doch froh wenn das/die Baby/s endlich da ist/sind. Ich kann nicht verstehen wie man da SO unvorbereitet sein kann…

  9. Vera Says:

    Ich tippe mal eher auf Verdrängung: wenn die Bettchen noch nicht da stehen, ist es noch nicht ernst. Bisher hatte sie ja immer Hilfe im Rücken, konnte sich darauf verlassen, dass für die Kinder gut gesorgt ist. Aber nun ist sie 24/7 durchgehend verantwortlich.
    Stelle ich mir nicht einfach vor. Gibt es die Möglichkeit, dass sie eine Haushaltshilfe für die erste Zeit bekommt?

  10. Katitrinchen Says:

    Bleibt zu wünschen, dass die Frau ansonsten auch im „real life“, also ohne Krankenschwester an ihrer Seite zum erinnern, gut klarkommt und die Betten das einzige sind, was sie vergessen hat… wobei man die doch eh nicht braucht- solche Zwerge können auch ne Nacht im Wäschekorb verbringen *g* oder halt bei Mama im Bett😉

  11. Turtle Says:

    Naja, als Alleinerziehende mit Zwillingen kann man schon mal verpeilt sein. Ist in dem Fall zwar nicht so toll, aber es koennte schlimmer sein.

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