rosie und ihre eltern

rosie wurde vor nicht ganz 2 wochen in der 29. schwangerschaftswoche mit etwas mehr als 900g geboren. das ist zwar nicht besonders viel, aber rosie war von anfang an sehr fit. und weil es ihr so gut ging durfte sie die intensivstation schon nach 4 tagen verlassen und wurde zu uns transferiert.

rosie ist wirklich ein hübsches kind. und ja, es gibt auch hässliche babys. besonders dystrophe (=“unterernährte“) frühgeborene sehen manchmal nicht so toll aus. aber rosie schon.

ich durfte rosie anfang letzter woche im nachtdienst zum ersten mal betreuen, und ich war sofort verliebt… hihi. als ich sie vom tagdienst übernommen habe, hatte sie einen hellblauen body an. das geht ja mal garnicht!! deshalb hab ich sie umgezogen, in einen traum in rosa. haaaach… *g*

am wochenende hatte ich tagdienst und habe so auch ihre eltern kennengelernt. sie sind wirklich wahnsinnig nett. manche menschen sind einem einfach sofort sympathisch, so ist es mir bei rosies eltern gegangen. sie sind freundlich, höflich, interessiert, haben verständnis und sind sehr bemüht. außerdem sind sie sehr geschickt im umgang mit rosie und haben keinerlei berührungsängste. das ist nicht selbstverständlich, aber wunderschön.

am samstag haben wir rosie zum ersten mal gebadet. davor durfte die mama ein outfit für die kleine aussuchen. das dürfen mütter bei mir immer, und sie lieben es. kein wunder, welche mama zieht ihr kind nicht gerne hübsch an… hihi.

danach haben wir den ablauf besprochen, dann gings auch schon los. der stolze papa hat währenddessen gefühlte 200 fotos gemacht.

da rosie ihre körpertemperatur noch nicht so gut halten kann, haben wir sie im inkubator gebadet. das ist nicht ganz einfach und viele eltern tun sich dabei schwer. aber nicht rosies mama. sie war so geschickt, dass ich sie sogar gefragt hab ob sie das schon öfter gemacht hat. ich habe mich beim ersten bad im inku nicht halb so geschickt angestellt wie sie. das hat sie sehr stolz gemacht.

am sonntag haben wir den ersten stillversuch gewagt. normalerweise trinken die kleinen beim ersten versuch nicht wirklich, sie schlecken eher an der brustwarze herum. manchmal schaffen sie zwar auch ein paar milliliter, aber oft auch nicht. deshalb bereite ich die mütter immer darauf vor, dass ihr kind wahrscheinlich nichts erwischen wird. das trinken an der brust ist für die kleinen anstrengender als von der flasche, und selbst beim trinken von der flasche schlafen sie oft vor erschöpfung ein. umso größer ist dann die freude, wenn sie doch den ein oder anderen milliliter geschafft haben.

rosie hat genau einmal kurz an der brustwarze geleckt. und dann sofot ZUGESCHNAPPT. ja, und zwar so richtig. wie eine kleine schnappschildkröte. und sie hat erst wieder losgelassen, als sie völlig erschöft eingeschlafen ist. ich musste erstmal meine kinnlade vom boden aufsammeln. so weit stand mein mund offen, als ich der mutter sagte, dass rosie soeben ihre komplette mahlzeit von der brust getrunken hat.

das ist eben rosie.

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11 Antworten to “rosie und ihre eltern”

  1. Blogindermittagspauseleser Says:

    „Schnappschildkröte“? Oh weh, da wird die Mama ja, je nach Reihenfolge „abstillen – zahnen“ oder „zahnen – abstillen“ womöglich ihre helle Freude haben 🙂

  2. shortend Says:

    Ich habe beim lesen ganz feuchte Augen bekommen und einen Kloss im Hals… Alles Gute für Rosie!

  3. stormwitch Says:

    Hach, ist das alles schön zu lesen hier *tränenausdenaugenwisch*
    Mein Kleiner ist jetzt schon ein paar Wochen daheim, aber ich denke fast ein bisschen „gern“ zurück an unsere Tage auf der Intensiv. Da war die Betreuung furchtbar nett, ganz so wie du das beschreibst. Wir durften uns selbst kümmern, viel kuscheln, ich durfte unter Anleitung anlegen (auch wenn nix dabei rumkam)…

    …und dann sind wir verlegt worden auf eine Neugeborenenstation, da führte eine alte Oberschwester ihr strenges Regiment, ich durfte nur noch unter Aufsicht (!) mein (!) Kind versorgen, Anlegen war ihr zu viel Stress für den Kleinen und wenn ihr seine Sättigung auf meinem Bauch nicht passte (und das tat sie schon bei 90 nicht…), dann kam nicht etwa der Sauerstoff zu uns, sondern das Söhnchen musste zurück in sein Bett. Basta.

    Behaltet euch bloß den schönen Umgang mit den Eltern :o)

  4. Hermione Says:

    Ich glaub, ich bin auch ein Rosie-Fan. 🙂

  5. Mr. Gaunt Says:

    Rosie hat wohl eine rosige Zukunft vor sich, wenn sie so weiter macht.

  6. Marc B. Says:

    Warum soll eine Rosie nicht hellblau tragen? Du bestärkst hier Stereotype, die langfristig dem Mädchen nicht helfen.

  7. evizentrum Says:

    Was für ein starker Lebenswille.

  8. Funkel Says:

    Ich drücke Daumen, dass die kleine Maus weiterhin so einen Lebenshunger entwickelt!

    Hach… ich muss mal wieder Frühchen untersuchen. Ja, ich weiss… wir Augenschamanen verursachen argen Stress… aber die kleinen Schnuckelchen sind einfach… HACH… *rotwerd*

  9. Miki Says:

    Aus dem Mädel wird mal was! Geburtsdatum und Name aufschreiben und 18 bis 60 Jahre (oder so…) warten. Vielleicht erfindet sie mal was wichtiges. Oder schreibt tolle Bücher. Aber wer das Leben so packt… und auch noch kompetente Eltern hat…. toll!

  10. Andrea Says:

    Das ist so klasse mit der der kleinen Rosie… mir kommen fast selbst die Tränen…

    Ich hoffe, es geht so wunderschön weiter aufwärts mit der kleinen Maus…

    GGGLG

    Andrea

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