besuchszeiten

seit über einem jahr haben wir bei uns uneingeschränkte besuchszeit für eltern. sie können also rund um die uhr zu ihrem kind. für andere besucher haben wir am nachmittag 2 stunden geöffnet.

als wir dieses system eingeführt haben hatten wir etwas sorge, dass mitten in der nacht eltern antanzen würden. warum hat man vor sowas „angst“? nun, einer der vorteile des nachtdienstes ist es, dass man sich eben nicht um eltern kümmern muss. das klingt jetzt wahrscheinlich ziemlich gemein. aber so ist es nunmal. eltern brauchen viel aufmerksamkeit. oft mehr als die kleinen patienten selbst. außerdem sollen die kinder in der nacht wirklich ruhe haben. auch wir machen in der nacht nur das notwendigste an den kindern.

jedenfalls, es ist NOCH NIE vorgekommen, dass eltern mitten in der nacht zu besuch gekommen sind. klar, manche bleiben abends schon mal länger, aber in der regel sind um 22 uhr alle weg.

aaaaber. während ich mir letzte woche die sonne auf den bauch scheinen hab lassen ist es doch tatsächlich passiert. um 3 uhr nachts stand der vater eines entzugs-kindes auf der station und wollte mit seinem sohn kuscheln. wäre ja alles halb so wild, wenn er nicht völlig zugedröhnt gewesen wäre. und er war einfach nicht davon zu überzeugen, dass er in seinem zustand besser nach hause gehen sollte. als er dann auch noch aggressiv wurde und mit den kuscheltieren (!) seines sohnes nach der kollegin geworfen hat, wars aus. sicherheitsdienst, polizei, auf wiedersehen.

jetzt wird überlegt, ob die station nicht besser versperrt und eine gegensprechanlage installiert werden soll. das sagen wir schon seit einer ewigkeit.

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6 Antworten to “besuchszeiten”

  1. shortend Says:

    Es ist so traurig, das manche kleinen Menschen schon kurz nach der Geburt schon wenig Aussichten auf ein „schönes“ Leben haben.

    Dort, wo meine Kinder auf die Welt gekommen sind gibt es vor der Kinderintensiv eine Gegensprechanlage. Ich finde das garnicht so schlecht, so können da wenigstens keine Unbefugten rein. Blöd war nur, das die Kinderintensiv gefühlte 2 km (nach einem Kaiserschnitt… 😉 )von der Station weg war wo ich untergebracht war.

  2. lenia Says:

    wie wird es denn mit dem Kind weitergehen? Behält dieser VAter etwa das Sorgerecht, der sich um sich selbst nicht kümmern kann? Wird da von euch aus schon Betreuung/Kontrolle in die Wege geleitet?
    Gruß
    Lenia

    • neonatalie Says:

      in diesem fall war das jugendamt bereits eingeschaltet, da die mutter in einem drogenentzugsprogramm war. wir haben den vorfall natürlich gemeldet. das kind ist jetzt bei einer pflegefamilie untergebracht.

      • lenia Says:

        ich hatte noch nicht viel bei dir gelesen, sonst hätte ich mir (und dir) diese Frage sicher sparen können.
        Das scheint bei euch gut zu laufen.
        Danke für deine Antwort
        Gruß Lenia

  3. Mrs. Attitude Says:

    Immer dann wenn es einen Vorfall gab, wird darüber nachgedacht Dinge zu überarbeiten. Schade eigentlich, dass immer erstmal was passieren muss. 😦

    • Wolfram Says:

      Wenn nix passiert, ist ja auch nicht nötig, was anders zu machen. Und ein Krankenhaus ist keine Festung.
      (Wie ist denn der bewußte Vater eigentlich am Pförtner vorbeigekommen?)

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