nina’s MRT-cocktail

seit etwa 3 wochen betreuen wir ein mädchen, das in der 39. schwangerschaftswoche geboren wurde. nennen wir sie nina. ninas mama war in der gesamten schwangerschaft nicht ein einziges mal beim gynäkologen oder sonst einem arzt. sie hält von der schulmedizin nichts. außerdem ist eine schwangerschaft ja keine krankheit, also warum sollte man da auch einen arzt aufsuchen.

als die geburt dann aber los ging bekam ninas mama offensichtlich doch etwas panik. wegen der schmerzen und so. deshalb wurde nina dann doch bei uns im haus geboren. mit PDA versteht sich.

da es nina gut ging wurde sie auf die neugeborenenstation, die zur wöchnerinnenstation dazu gehört, gebracht. etwas auffällig sah nina schon aus, ein bisschen nach syndrom-kind. aber naja, es sind eben nicht alle neugeborenen schön.

am 2. lebenstag verschluckte sich nina beim trinken an der brust so stark, dass sie bebeutelt und herzmassiert werden musste. danach gibts aber wieder halbwegs. da man aber eine aspiration vermutete wurde nina zur weiteren abklärung zu uns auf die station transferiert.

im rahmen der routinemäßigen untersuchungen wurde festgestellt, dass nina leider kein gesundes mädchen ist. sie hat fehlbildungen an den nieren und auffälligkeiten im gehirn.

soviel zur vorgeschichte. nun wurde gestern bei nina ein MRT des kopfes gemacht. diese untersuchung dauert schon so ihre zeit. und da man einem säugling schlecht erklären kann, dass er doch bitte mal ganz still halten soll um die bilder nicht zu verwackeln, sollte nina sediert werden. nur ganz wenig. damit sie eben ruhig schläft. die untersuchung war für eine bestimmte uhrzeit angesetzt. also wurde rechtzeitig, eine halbe stunde vor dem geplanten untersuchungsbeginn, etwas zum schlafen verabreicht.

10 minuten bevor sich die truppe auf den weg machen wollten kam jedoch ein anruf. die untersuchung verzögert sich um etwa zwei stunden. juhu. nina schlief bereits tief und fest. aber was solls.

2 stunden später war nina natürlich wieder putzmunter. ok, nochmal das gleiche medikament in gleicher dosierung. und auf gehts zum MR.

dort angekommen wird nina erstmal umgelagert und fertig gemacht für die untersuchung. leider ist sie noch immer etwas unruhig. es wird beschlossen nina noch etwas dormicum zu spritzen, damit sie auch wirklich ruhig ist. gesagt, getan. alles bestens. nina schläft ruhig und ist stabil.

einige zeit später ist sie wieder an der station. nina schläft noch immer. kein wunder bei dem cocktail.

aber dann legt nina los. nicht mit schreien oder so. neiiiin. sie schläft weiter tief und fest. aber sie hat jetzt eine apnoe nach der anderen. und ein paar bradykardien, so  zum drüberstreuen. ups, der cocktail war vielleicht doch zu viel.

nina wird vorübergehend intubiert und beatmet. in der nacht beginnt sie aber wieder fleißig mitzuatmen. also wurde der tubus heute morgen wieder entfernt.

und nina tut jetzt so, als wäre nichts gewesen.🙂

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4 Antworten to “nina’s MRT-cocktail”

  1. clarissa Says:

    wenn ich die Mutter wäre, würde ich mir übelste Vorwürfe machen, dass ich es nicht für nötig befunden habe, in der Schwangerschaft an den gängigen Untersuchungen teil zu nehmen O.o

    • arzt4empfaenger Says:

      Ich bin auch für die Vorsorgeuntersuchungen, aber gerade bei der Feindiagnostik (Nackenfaltenmessung z.B.) sollte man sich schon darüber im Klaren sein, daß so eine Untersuchung (fast) nur dann Sinn macht, wenn man auch , Konsequenzen aus etwaigen Diagnosen zu ziehen. (Fast, weil die schönen Bilder es bei einer völlig unauffälligen SS ja auch wert sein können. ;-> Dafür die 400EUR hinzulegen muß man sich dann aber schon überlegen.)
      Mit den normalen Ultraschall-Untersuchungen kann man oft auch nur in Grenzen (also gröbere) Probleme erkennen.

      Aber klar, zu gar keiner Vorsorge zu gehen ist eine blöde Idee, vor allem wenn es um Öko-Ideologien geht… wobei, wenn alles „Natürliches“ gut ist, die Eltern vielleicht auch tolerant genug gewesen wären, sich bei einer Frühdiagnse (siehe Feindiagnostik) für das Kind zu entscheiden.

      Ich habe selbst eine Cousine mit Trisomie 21 aufwachsen gesehen und muß sagen, daß besondere Kinder zwar eine große Herausforderung sind, unter bestimmten Umständen (z.B. unterstützende Partner, eigene emotionale Stabilität und finanzielle Sicherheit) aber eine Bereicherung sein können. Trotzdem weiß ich nicht, wie ich mich letztendlich entscheiden würde – das weiß man glaube ich erst, wenn man da sitzt oder liegt und mit den Tatsachen konfrontiert wird. So gesehen, und vorausgesetzt daß es sich um ein mit dem Leben längerfristig vereinbares Syndrom handelt, war es für das Kind u.U. ein Glücksfall, daß die Mutter nicht Bescheid wußte. Das ist natürlich nur eine vage Vermutung.

  2. Schnuppe Says:

    wenn ich die mutter wäre und das alles so genau wüßte, ich glaube ich würde ausrasten. denn ich denke das hätte nicht sein müssen.

    • neonatalie Says:

      nein das hätte wirklich nicht sein müssen. aber leider weiß man bei säuglingen nie wie sie auf solche sedierungen reagieren. vor allem dann nicht, wenn sie fehlbildungen im gehirn haben. und zur verteidigung des arztes muss ich auch noch erwähnen, dass die medikamente nicht überdosiert waren. theoretisch hätte man der kleinen sogar mehr spritzen können.
      die eltern wissen übrigens über den vorfall bescheid.

      dennoch hast du recht. das hätte auch böse ausgehen können.

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