mutterglück am muttertag

gestern, also am muttertag, wurde bei uns im haus ein kleines mädchen in der 31. schwangerschaftswoche geboren. sophie war ein lange ersehntes wunschkind. 9 wochen vor dem errechneten geburtstermin hatte ihre mama unerwartet einen blasensprung. gleichzeitig bekam sie starke blutungen. sie wurde von ihrem mann so schnell wie möglich ins krankenhaus gebracht. dort stellte man fest, dass sophies mama viel blut verlor, was sophie auch schon bemerkte. deshalb wurde sofort ein notkaiserschnitt gemacht. sophie wird also am muttertag geboren. sie wiegt knappe 1200g und ist 41cm lang. sie wird sofort von der intensivstation übernommen, braucht noch etwas sauerstoff. nach einer stunde allerdings nicht mehr. sophie geht es gut. ihrer mama leider nicht. auch sie wird auf die intensivstation gebracht. gesehen hat sie sophie noch nicht. nur der papa durfte einen kurzen blick auf seine tochter werfen.

da es sophie gut geht wird sie auf eine andere station transferiert. 4 stunden nach ihrer geburt übernehme ich sophie von der intensivstation. wenig später kommt der papa. er ist sichtlich mitgenommen von der ganzen situation, blickt seine tochter immer wieder ungläubig an und hat tränen in den augen. ich frage nach der mama. es geht ihr nicht so gut, sie hat viel blut verloren, hat noch „einen schlauch im hals“, der soll aber heute noch entfernt werden. hm. ich frage den papa, ob er mit sophie kuscheln will. ja er will. ich lege ihm seine neugeborene tochter auf die nackte haut. beide genießen es sichtlich. ich mache ein foto von vater und tochter. nach einer stunde möchte der vater wieder zu seiner frau schauen. wir legen spohie gemeinsam wieder in ihren inkubator. ich gebe dem vater das foto mit.

sophie geht es wirklich gut, sie ist völlig stabil. aber unruhig. sie will kuscheln. aber was tun, wenn die mutter nicht zum kind kommen kann? ganz einfach, das kind muss zur mutter kommen. ich bespreche das mit den ärzten und bekomme ein ok. ich rufe auf der intensivstation der mutter an. sie ist bereits extubiert und stabil, also sind auch sie einverstanden. perfekt.

einer der ärzte schnappt sich den notfallrucksack und auf gehts. wir schieben sophie im inkubator durch die halbe klinik. als wir auf der intensivstation ankommen werden wir schon freudig erwartet. nicht nur von mama und papa. auch das personal will unbedingt einen blick unter die vielen tücher, in die sophie eingewickelt ist, werfen.

schon als ich sophie „auspacke“ beginnt die mutter zu weinen. sie weiß, dass sie gleich zum aller aller ersten mal ihre tochter sehen wird. ein wirklich bewegender moment. als ich ihr sophie auf die brust lege ist ihr glück perfekt. mama, papa, kind. so wie es sein soll. auch hier wird schnell ein foto gemacht. wir stellen die überwachung von mutter und kind sicher und ziehen uns zurück, trinken einen kaffee mit den kollegInnen, plaudern.

nach 2 stunden kuscheln wird es zeit für uns. wir müssen sophie leider wieder mitnehmen. wir geben den eltern zeit sich von sophie zu verabschieden. wieder fließen tränen.

den restlichen tag schläft sophie ruhig. der papa kommt nochmal kurz vorbei und bedankt sich. gern geschehen. wirklich sehr gern. 🙂

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4 Antworten to “mutterglück am muttertag”

  1. Julia Says:

    Mir laufen gerade die Tränen … suuuper suuper schön, dass ihr das ermöglichen konntet.

  2. arzt4empfaenger Says:

    Wenn es doch in mehr Häusern solche Goldstücke geben würde wie euch…!

  3. neonatalie Says:

    leider klappt das bei uns nicht immer. hängt davon ab welche ärzte grad da sind. allerdings gibt es das bei uns immer öfter. im jänner hatten wir sogar die möglichkeit eine intensivpflichtige (weil über tracheostoma beatmete) mutter samt personal für einige stunden zu uns zu holen. da geht einem wirklich das herz auf 🙂

  4. Eule Says:

    Das ist eine echte Lieblingsaufgabe, oder? So schön, und so nötig.Toll, dass sowas bei Euch so gut klappt, das würd ich mir auch wünschen…Liebe Grüße

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